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Die NEC PC9800- bzw. "PC98"-Familie (Japan) 1982-1997:


ein NEC PC-9801 UV2 mit CPU NEC V30 / 10MHz von 1986 (Foto © NEC, aus dem Originalprospekt)

Die japanische PC-9800-Familie, kurz PC98 genannt, war die erste, die MS-DOS mit Japanisch-Unterstützung anbot. Sie enthält dafür einen besonderen Zeichengenerator für den japanischen Textmodus (und Grafikmodus) und ein Kanji-ROM, und das MSDOS (und auch das später erschienene Windows) ist speziell an das BIOS und an die Hardware der PC98-Computer angepasst. Es gibt dort keine "Graphikkarte", vielmehr ist die Graphik auf dem Motherboard untergebracht und fester Teil des Standards. Dies gilt auch für alle anderen japanischen PC-Familien ! Der Bildschirm bot bereits 1982 eine Graphikauflösung von 640x400 Pixeln (mit 8 Farben), ab 1985 unterstützte die PC98-Familie aber 16 Farben, die aus 4096 Farben wählbar waren (so auch beim oben abgebildeten "UV2"). Der Textmodus und der Graphikmodus konnte aufgrund doppelter Display-Controller gleichzeitig aktiviert und überlagert werden. Außerdem etablierte sich ab 1985 im PC98-Standard auch noch eine kleine FM-Soundkarte (3-stimmig polyphon, monaural), und der Sound plus die für damals fortschrittliche Graphik machte den PC98 nicht nur für Büroanwendungen, sondern auch für private Benutzung attraktiv. Die japanische PC98-Familie war von 1982 bis 1994 die eindeutig marktbeherrschende PC-Familie in Japan, es wurden mehr als 11000 Programme dafür im Handel angeboten (die NEC PC98-Modelle, zusammen mit den PC98-Kompatiblen von Seiko Epson, hatten viele Jahre lang bis 1991 ca. 70-80 % Marktanteil) - der Rest des Marktes war unter mehrere andere japanische PC-Familien aufgeteilt (FM-R, B16, J3100, if800, PS/55, etc.). Der Anteil der IBM-Kompatiblen blieb in Japan bis 1991 verschwindend klein und auf einzelne Nischen beschränkt.

Dann erschien 1991 das von IBM Japan und Microsoft Japan gemeinschaftlich entwickelte DOS/V am Markt und erlaubte erstmals die Verwendung von japanischen DOS-Applikationen auf IBM-Kompatiblen ohne irgendwelche japanische Hardware-Ergänzungen ! Mit DOS/V war der Weg nach Japan für die weltweit operierenden PC-Billiganbieter plötzlich frei geworden, und die ehemals sehr hohen PC-Preise in Japan purzelten nur so nach unten - in der Folge wurde eine japanische PC-Familie nach der anderen aufgegeben und die Produktion auf "DOS/V"-kompatibel umgestellt. Auch Seiko Epson, lange der einzige Hersteller, der aufgrund eines Agreements mit NEC das Recht hatte, PC98-Kompatible herzustellen, wechselte Ende 1994 ins DOS/V-Lager. Dennoch dauerte es noch bis 1995, bis der Marktanteil der DOS/V-Kompatiblen den der PC98-Computer überholte.

Mit der Einführung von Windows 3.1 (in speziell angepassten Versionen für sämtliche japanischen MSDOS-PC-Familien) hatte Microsoft im Jahre 1993 eine bis dahin unbekannte Kompatibilität für Windows-Anwendungen über die bis dahin starren Grenzen zwischen den MSDOS-PC-Familien hinweg etabliert, und mit der Einführung der entsprechenden Windows95-Versionen im November 1995 wurde dies noch einmal verstärkt, so daß es den Käufern allmählich immer weniger wichtig erschien, für welche PC-Familie sie sich entschieden, und das verstärkte den Trend in Richtung der billigeren Alternativen beträchtlich. Schließlich verabschiedete sich im November 1997 auch NEC selbst von dem von ihnen geschaffenen PC98-Standard und beendete damit nach 15 Jahren die nach den IBM-Kompatiblen zweit-erfolgreichste DOS/WINDOWS-Computerfamilie der Welt.

Hinweis: Die PC98-Familie von NEC hat nichts mit dem 1997 von Microsoft definierten PC-98-Standard zu tun !

Genauere Informationen auf meiner Seite über die NEC PC98-Familie.


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