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Die Geschichte der PC-9800 Computerfamilie (1982 - 1997): Im September 1982, etwa ein Jahr nach der Vorstellung des ersten IBM PC, stellte auch NEC in Japan ihre Personal Computer Familie vor, er nannte sich einfach "PC-9801" und war das erste Modell der sog. PC-9800-Familie. Er war mit einer Intel 8086-2 CPU (4.91 MHz = "5MHz") und mit einer von NEC japanisierten und an die spezifische Hardware und das NEC-spezifische BIOS angepassten Version von MSDOS ausgestattet. Und was auch NEC damals nicht wusste: dieser Computer wurde der "Stammvater" der nach den IBM-Kompatiblen zweitgrößten DOS/Windows-Computerfamilie der Welt. Im Jahre 1985 konsolidierte sich mit dem Erscheinen der "VM"- und "UV"-Modelle die anfangs schwankende Spezifikation der PC98-Computer, seit diesen Modellen wurde die Graphik mit 640x400 Pixeln und 16 Farben, die aus 4096 gewählt werden konnten, die Ausstattung mit allermindestens 384 KiB RAM und mit HD-Floppylaufwerken (1232 KiB), sowie die 3-stimmig polyphone FM-Sound-Karte (bei den Modellen mit 3.5"-Floppylaufwerken ) zum minimalen Standard in der PC98-Familie. Frühere Modelle hatten teilweise nur 8 feste Farben darstellen können, teilweise weniger RAM gehabt, und teilweise auch keine HD-Laufwerke, sondern 2D-Laufwerke (8 Zoll) oder DD-Laufwerke (5.25 oder 3.5 Zoll). Es gab im Laufe der Jahre auch ein paar spezielle PC98-Modelle von NEC mit besonderen Abwandlungen, wie die Laptop-Serie PC-98LT (mit monochromem Display und entsprechend kleinerem VideoRAM, sowie MSDOS und Kanji Dictionary im ROM), die PC-9801 DO Modelle mit einer zusätzlichen 8-bit-CPU, um zur PC98-Vorläuferfamilie "PC-8800" kompatibel zu sein, oder die "High-Resolution"-Modelle PC-98XA / XL / XL2 / RL, die durch hochaufgelöste Grafik mit 1120 x 750 Pixeln glänzten, oder die PC-H98 Modelle mit dem 32-bit-NESA-Bus (analog zum EISA-Bus). Die PC-9800-Computerfamilie wurde durch NEC von 1982 bis 1997 produziert; wegen der heftigen patentrechtlichen Abwehr durch NEC gelang es lange nur Seiko Epson, eine Vereinbarung mit NEC zu erreichen, um PC98-Kompatible, vorwiegend Laptops und Notebooks, fertigen zu dürfen. Die von Seiko Epson von 1987 bis 1994 verkauften Geräte hießen verwirrenderweise "PC-286" und "PC-386" - teilweise genauso wie die gleichzeitig von Epson für Amerika und Europa produzierten IBM-kompatiblen Notebooks, denen sie obendrein äußerlich glichen ! Erst gegen Ende der PC98-Ära erschienen auch andere kleinere Hersteller mit PC98-Kompatiblen auf dem Markt, z.B. Rom-Win mit seiner "98Base"-Serie. Im Jahr 1990 lag der Marktanteil der NEC PC-9800-Familie in Japan noch bei etwa 50% und der der PC98-Kompatiblen von Seiko Epson bei etwa 20% - zusammen also bei 70% ! Die übrigen 30% verteilten sich auf mehrere andere japanische Computerfamilien, von denen jede zu jeder anderen inkompatibel war, wie die Fujitsu FM-R-Serie, die Hitachi B16/B32-Serie, die Toshiba J3100-Serie, usw. usw. Der Anteil der IBM-Kompatiblen lag in Japan damals bei etwa einem Prozent - ganz einfach, weil die IBM-Kompatiblen damals - im Gegensatz zu den japanischen Computerfamilien - kein Japanisch konnten !! Erst 1991 änderte sich die Situation grundlegend, als "DOS/V", die erste japanische DOS-Version für normale IBM-Kompatible, verfügbar wurde. Dadurch begannen plötzlich auch die preiswerteren Geräte amerikanischer und taiwanesischer PC-Hersteller in Japan Kunden zu finden. In den Jahren 1992 bis 1997 wurden durch NEC als Antwort auf die plötzlich nach Japan eindringenden IBM-kompatiblen PC neue Modelle der sog. "PC-9821"-Serie produziert, die die Kompatibilität zur PC98-Familie mit einzelnen Features aus der IBM-kompatiblen Welt kombinierten, z.B. mit einem zusätzlichen PCI-Bus oder einem zusätzlichen VGA-kompatiblen Graphikmodus mit 640x480 Pixeln. Die PC-9801-Serie wurde von NEC 1995 eingestellt, und nur noch die Nachfolge-Serie PC9821 weiterproduziert. Das letzte Modell der 9821-Serie und damit überhaupt das letzte Modell, auf dem originale PC98-Software noch laufen konnte, war der 1997 produzierte "PC-9821 Ra43" mit einer Celeron CPU (433 MHz) und einem speziell an die PC98-Familie angepassten MS Windows 98 SE. Im Jahre 1995 überstieg erstmals der Anteil der IBM-Kompatiblen PC denjenigen der PC98-Kompatiblen. Im November 1997 wurde dann schließlich die letzte Linie der PC98-Computer von NEC aufgegeben und die Produktion der "PC-98NX"-Computer gestartet, die trotz des ähnlichen Namens nicht mehr PC98-kompatibel, sondern weitestgehend IBM-kompatibel sind (wenn auch ohne ISA-Bus) - und ironischerweise der "Microsoft PC-98" Spezifikation folgen ! Darin kann man wahlweise einen Anflug von NEC-Humor sehen, oder den kläglichen Versuch, trotz der schmachvollen Aufgabe der eigenen PC-Linie wenigstens äußerlich durch den scheinbar gleichgebliebenen Namen das Gesicht zu wahren. |
