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  Ein echter "Japaner" in Deutschland - Toyota GAIA  
Das "seltenste Serien-Auto" in Deutschland



Mein Toyota GAIA, ein in Japan verbreiteter Autotyp,
hier noch in Japan mit dem Kennzeichen "Noda 500, ro 5-96"
Toyota GAIA, perlweiß, Baujahr 2001, bis 2003 einer von etwa 150000 GAIAs in Japan, seit 2004 der einzige seiner Art in Deutschland

nach 2 Monaten Seereise im Frühling 2004 schließlich Ankunft in Süddeutschland jetzt mit modifizierten Scheinwerfern und deutschem Kennzeichen

 Toyota GAIA LNS (GF-SXM15G-BPSEK, Modell 2000, Ausstattungsvariante "Limited Navi Special"), perlweiß, Baujahr 2001
Technik:

2000 cc, 99kW/135 PS, Viertakt-Vierzylinder-Ottomotor mit 16 Ventilen und geregeltem Katalysator, TCCS, 4-Gang-Automatikgetriebe mit Schalthebel am Lenkrad, Frontantrieb, zuschaltbarer computergesteuerter Allradantrieb (4WD ATC = "Active Torque Control"), Rechtslenker, vorne Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen, ABS, Airbags, 4 Türen mit integrierten Lautsprechern und elektrischen Fensterhebern, große Heckklappe, für 6 Personen, sechs einzeln verstellbare Sitzplätze, alle mit 3-Punkt-Sicherheitsgurt, verstellbarer Kopfstütze und Getränkehalter, die Sitze sind in 2-2-2-Anordnung - so kann man von vorne bis ganz hinten durch die freie Mitte gebückt hindurch gehen (die meisten GAIAs sind dagegen 7-Sitzer mit 2-3-2-Anordnung, wo die beiden extrabreiten Sitze in der zweiten Reihe in der Mitte zusammenstoßen und damit das Hindurchgehen verhindern), Klimaanlage, extra Rear-Cooler für die dritte Sitzreihe, funkgesteuerte Zentralverriegelung, Nebelscheinwerfer, 4 Rückleuchten, alle Antennen in die hinteren Scheiben integriert, beide Rückspiegel elektrisch einstellbar und elektrisch anklappbar.
Länge 4620mm, Breite (ohne Rückspiegel) 1695mm, Höhe 1665mm (Modell ohne Dachreling), Leergewicht 1500kg, Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h (aktiver Begrenzer)

Extras:vom Hersteller eingebaut: Im Armaturenbrett mittig integrierter Farbmonitor, Backward-CCD-Camera (Rückwärtsfahrhilfe), HiFi-Stereoanlage, 6fach-CD-Wechsler, Navigationssystem mit VICS und Voice Navigation (funktioniert leider nur in Japan),
vom Händler eingebaut: innenbeleuchtete Nummernschilder vorn und hinten mit Ziffern aus grünem Glas (wurden in Deutschland wieder durch normale Nummernschilder ersetzt), Ultraschall-Sensoren an allen vier Ecken (Einparkhilfe),
Beifahrersitz links vorne durch einen elektrischen Lift-Up-Behindertensitz von Toyota (bis 100 kg Belastung) ersetzt,
speziell für Deutschland modifiziert: Frontscheinwerfer angepasst für Rechtsverkehr (siehe Fotos oben),
Nebelschlussleuchte, Left-Forward-CCD-Camera (Überholhilfe für Rechtsverkehr)


die Mittelkonsole und ein Teil des Cockpits

Blick durch die geöffnete Heckklappe

Hinweise zu dieser Autoserie im allgemeinen:

Das Modell GAIA wurde von Toyota von Mai 1998 bis September 2004 produziert (insgesamt 154572 Stück). Modellvarianten gab es mit 2.2-Liter-Diesel- oder 2.0-Liter-Ottomotor, Frontantrieb mit oder ohne zuschaltbarem Allradantrieb, mit geschlossenem Dach oder mit zwei "Moon-Roofs", mit oder ohne Dachreling, mit oder ohne im Armaturenbrett integriertem Monitor, mit oder ohne Backward-Camera, und mit oder ohne Toyota-Navigationssystem (dieses arbeitete bis zu meinem im März 2001 gekauften Modell auf CD-Basis, und ab April 2001 dann auf DVD-Basis). Es gab den GAIA in verschiedenen Lackfarben, insbesondere in perlweiss, champagner/gold, silber-metallic, weinrot, dunkelgrün, türkis und in schwarz.

Die Karosserieform ist bei allen GAIAs gleich, je nach Modelljahr gab es jedoch kleinere Modifikationen bei den Scheinwerfern und am Kühlergrill. Ab 2002 wurde die mittlere Bremsleuchte vom Rückfenster weg nach oben verlagert und als LED-Leiste in den Dachspoiler integriert. Da die Sitze fest eingebaut sind, musste man sich schon beim Kauf zwischen der 6-sitzigen oder der 7-sitzigen Ausstattungsvariante entscheiden. Die beiden Sitze der dritten Sitzreihe können auch von Erwachsenen mit gut 180 cm Körpergröße benutzt werden, da ausreichend Kopffreiheit gegeben ist und auch die Rückenlehnen und die Kopfstützen einzeln verstellbar sind. Alle Rückenlehnen lassen sich zusätzlich auch nach vorne umklappen, um den Gepäckraum entsprechend zu vergrößern.

Die GAIA-Varianten mit "SXM10G" in der Typ-Nummer haben lediglich Frontantrieb, die Varianten mit "SXM15G" dagegen Frontantrieb mit zuschaltbarem Allradantrieb (so wie meiner). Wenn dieser Allradantrieb namens "Active Torque Control" aktiviert ist, wertet ein Computer laufend die auch für das ABS gebrauchten Radimpulse aus, um die Drehgeschwindigkeiten der einzelnen Räder zu ermitteln, und erst wenn bzw. solange eine Drehzahldifferenz zwischen den Vorder- und Hinterrädern entdeckt wird, wird die Magnetkupplung in der nach hinten führenden Kardanwelle aktiviert, so dass auch das hintere Differential und damit die beiden Hinterräder mit-angetrieben werden.

Parallel zum Modell GAIA gibt es in Japan die Schwesterserie "Ipsum" (gesprochen "ipsam"). Diese hat bereits zwei größere Modellwechsel erlebt, so dass man jetzt drei verschiedene "Ipsums" unterscheiden kann (die Ipsums mit dem 2.4-Liter-Motor werden auch als "Ipsum 240er-Serie" bezeichnet):

JapanmodellMotorvarianten LxBxH in mm ExportvarianteBezug zum GAIA
Ipsum
(1996-2001)
2WD / 4WD*
2000cc (Benzin)
2200cc (TD)
4530x1695x1620 Picnic
äußerlich gleich,
Motoren wie in Japan
optisch verschieden vom GAIA, jedoch Motor- und Getriebe-
varianten sowie das Fahrgestell praktisch identisch, trotz
9 cm kürzerer Karosserie gleicher Radstand wie der GAIA.
IPSUM
(2001-2007)
2WD / 4WD*
2400cc (Benzin)
(kein Diesel)
4670x1760x1660 Avensis Verso
äußerlich fast gleich,
nur 2000cc (Benz./TD)
optisch verschieden vom GAIA, viele kleinere Unterschiede,
z.B. ist innen die 3. Sitzreihe anders konstruiert, nur die
Motoren der Exportversion entsprechen noch dem GAIA.
IPSUM
(2007-jetzt)
2WD / 4WD*
2400cc (Benzin)
(kein Diesel)
4690x1760x1660
??
 
optisch die leicht vergrößerte Neuauflage des GAIA,
besonders frappierend im Innenraum zu beobachten.
Nur das Heck erinnert äußerlich noch an den Avensis Verso.
Zum Vergleich: GAIA (1998-2004) 2WD / 4WD*: 4620x1695x1640mm
*: die 4WD-Version ist beim GAIA und den Ipsum-Modellen jeweils ca. 15mm höher.

Das Modell GAIA galt als preiswert (viel Auto fürs Geld), geräumig, leicht steuerbar und übersichtlich, es war beliebt als "Hausfrauen-Auto" bzw. Familienauto. Im Unterschied zum Ipsum/Picnic wurde der Toyota GAIA ausschließlich in Japan verkauft, durch Exportfirmen floss aber auch eine gewisse Menge GAIAs in andere Linksverkehrländer wie z.B. nach Neuseeland. Besonders importaktiv waren allerdings offenbar auch russische Firmen, was man an den zahlreichen Gebrauchtwagen-Angeboten im Internet sehen kann - und das trotz des in Russland herrschenden Rechtsverkehrs.

Da eher neue als alte Automodelle exportiert werden, wird mein GAIA wohl der einzige in Deutschland zugelassene GAIA bleiben, und wohl auch der einzige GAIA mit Rechtsverkehr-Scheinwerfern überhaupt ...

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