
Inoffizielle Fan-Website
Vergleich verschiedener Bildplattensysteme
Information zur Laserdisc
Kurzer Abriss zur Geschichte der Laserdisc
Information zur Laserdisc
Auch bekannt als "Reflective Optical Videodisc System", "DiscoVision", "LaserVision", "LaserDisc",
"CD-Video", "LV", "LD", "CDV", und "VSD".
(teilw. Trademarks von MCA, Philips und Pioneer. Philips nannte seine Player auch "Magnavision" oder VLP = "Video Long Play"/"Video LangspeelPlaat")
Ich verwende in dieser Website das Wort "Laserdisc" bzw. "LD" als allgemeine Bezeichnung für alle zusammen.
Laserdisc - das technisch führende Heimkinomedium von 1978 bis 2000
| Detailinformationen zur
HD-Laserdisc im Text sind wie hier durch gefärbten Hintergrund herausgestellt. |
Das Kaufmedium "Laserdisc" war mehr als zwanzig Jahre lang das technisch führende Heimkinomedium, und dennoch
haben das in Deutschland damals nur wenige mitbekommen, und die meisten dieser wenigen waren nicht mal Heimkino-Fans, sondern
eher HiFi-Fans. Meiner Meinung nach liegt das daran, dass damals die
öffentliche Wahrnehmung der Laserdisc in Europa durch ungeschicktes Marketing der Hersteller schwer
beschädigt worden ist: das System erschien nacheinander unter so vielen verschiedenen Namen am Markt,
dass viele darin gar nicht das sich langsam weiterentwickelnde, dauerhaft erfolgreiche System erkannt haben,
sondern den Eindruck bekamen,
dass da immer wieder neue Bildplattensysteme auf den Markt kamen, floppten, und wieder verschwanden ...
auch die Erinnerung an das erst ein paar Jahre zuvor untergegangene TED-Bildplattensystem
war damals noch frisch:
manch einer hat die Laserdisc womöglich für den "optischen Ableger" dieses technologisch ganz anderen und
weit unterlegenen Systems mit seinen "10-Minuten-Platten" gehalten ...
Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten historischen alternativen Namen
der drei Laserdisc-Sorten (und ihrer Abspielgeräte), nämlich
für die NTSC-, die PAL-, und die HD(=Hi-Vision)-Laserdiscs:
Alle NTSC-Laserdiscs (bis auf die kleinen 12cm-Scheiben), auch diejenigen aus dem Jahre 2007, lassen sich im Prinzip
auch auf einem Player von 1978 abspielen, mit Bild und Ton! Die eventuell zusätzlich vorhandenen digitalen
Tonspuren kriegt man so halt nicht mit - dennoch kann man der NTSC-Laserdisc nicht absprechen, dass es sich hier um
ein einziges, kompatibles System handelt, das sich weiterentwickelt hat, und nicht um eine Serie von
"Nachfolgesystemen".
Bei den PAL-Laserdiscs sieht es ein wenig anders aus, da bei diesen 1985 ein gewisser Bruch zwischen vorher und nachher
eingetreten ist, so dass die vor 1986 gefertigten Uralt-Player zwar das Bild der moderneren PAL-Scheiben, jedoch nicht den
digital gewordenen Ton abspielen können - umgekehrt geht es allerdings schon: die meisten danach gebauten PAL-Laserdisc-Player
können auch den analogen Ton der alten LaserVision-Platten abspielen. Und überhaupt sind viele PAL-Laserdisc-Player
gleichzeitig Multisysteme, die auch NTSC-Platten abspielen können.
| Die HD-Laserdiscs waren nur in Japan erhältlich und
besitzen engere Spuren und kleinere Pits, werden mit höherer
Rotationsgeschwindigkeit betrieben und einem roten Laser gelesen. Sie stellen die direkte Weiterentwicklung der normalen
Laserdiscs in Richtung auf analoges High Definition dar. HD-Laserdiscs speichern das Bild nicht als Composite-Signal,
sondern als MUSE-komprimiertes Y/C-Signal. |
|
Laserdiscs bieten ein Bild mit einer Horizontalauflösung von über 400 TVL (VHS bietet nur 250 TVL) und
mindestens HiFi-Stereo beim Ton. Während in Japan in den 90er Jahren
immerhin etwa jeder zehnte Haushalt über einen Laserdisc-Player verfügte, war sich in Deutschland damals nicht mal
ein Prozent der Bevölkerung der Existenz der Laserdisc bewusst - obwohl sie auch hier verkauft wurden.
Während sich die Laserdisc-Fans zunächst mit HiFi-Stereo, in den 80er Jahren dann mit Dolby Surround
und PCM 2.0 begnügt hatten,
kam im Januar 1995 die erste Laserdisc mit Dolby Digital 5.1 heraus - zwei Jahre vor der ersten DVD.
Und im Januar 1997 feierte DTS 5.1 (sogar mit "Full Rate" 1440 kbps) und im April 2000 wiederum
Dolby Digital EX (6.1) Premiere - wieder auf einer Laserdisc: die welterste DTS-Scheibe war "Jurassic Park",
die welterste DDEX-Scheibe die "Star Wars Episode I - The Phantom Menace".
Laserdiscs gab es anfangs nur für das japanisch/amerikanische NTSC-System: im Dezember 1978 wurde der erste LD-Player
"Philips Magnavision VH-8000" in den USA verkauft, zusammen mit den ersten "DiscoVision"-Laserdiscs von MCA.
Ab 1982 gab es dann auch Modelle und Platten für das europäische PAL-System.
Die meisten Hersteller beendeten ihre Laserdisc-Produktion bereits bald nach der DVD-Markteinführung, so dass ab 2001 nur noch
wenige LDs erschienen - hauptsächlich Music-Videos und Karaoke-Videos. Die letzte Produktionslinie für 30cm-LD
(bei der Firma Columbia Music Entertainment) wurde schließlich im März 2004 geschlossen,
und die allerletzte Laserdisc-Produktionslinie überhaupt (bei der Firma Memory-Tech Corporation, nur 20cm-LD-Singles) schloss
im März 2007.
Zwischen dem ersten und dem letzten Release auf Laserdisc liegen also mehr als 28 Jahre !
Pioneer, der vorläufig letzte Hersteller von LD-Playern, hat seine nach 2002 nur noch in geringen Stückzahlen
fortgesetzte Produktion nun im Sommer 2009 eingestellt.
Die Zukunft wird zeigen, ob jemals noch einmal ein Laserdisc-Player gebaut werden wird oder nicht, für ein Comeback des Mediums
Laserdisc besteht allerdings keine realistische Hoffnung.
| Laserdiscs | Titel: | Genre: | Technisch: | Released in: | Releasedatum: |
| Einer der ersten Film-Releases: | Jaws | Spielfilm | 30cm LD, NTSC | USA |
11.12.1978 |
| Dazwischen liegen mehr als 60000 Film- und Musik-Releases auf Laserdiscs in aller Welt. |
| Einer der letzten Film-Releases: | Tokyo Raiders | Spielfilm | 30cm LD, NTSC | Japan |
21.09.2001 |
| Der allerletzte Laserdisc-Release: | Kanazawa no ame | Karaoke | 20cm LD-Single, NTSC |
Japan | 20.05.2007 |
Man vergleiche einmal die folgenden Horizontalauflösungen in TVL für das PAL-System:
| Horizontalauflösungen in TVL - PAL-System (4:3): |
| VHS | VHS-HQ | analoges Fernsehen |
S-VHS, Hi8 | Laserdisc | digitales Fernsehen |
DVD |
| ca. 250 TVL | ca. 270 TVL |
ca. 390 TVL | ca. 400 TVL | 400 - 440 TVL | 300 - 500 TVL |
300 - 500 TVL |
| |
| Horizontalauflösungen in TVL - PAL-System (16:9): |
| VHS | VHS-HQ | analoges Fernsehen |
S-VHS, Hi8 | Laserdisc | digitales Fernsehen |
DVD |
| - | - | - | - |
300 - 330 TVL | 240 - 400 TVL |
240 - 400 TVL |
Die Laserdisc steht hier nicht schlecht da, und wenn man das folgende bedenkt, steht sie sogar noch etwas besser da:
- Die reale Horizontalauflösung von digitalem Fernsehen ist oft niedriger als von analogem Fernsehen,
da typischerweise niedrige Bitraten verwendet werden, um viele Kanäle im Kabel bzw. im Satellitensignal unterbringen zu können -
oft wird der angegebene Spitzenwert für die Auflösung nur in den bezahlten Werbeblöcken tatsächlich erreicht.
- Bei der DVD beeinflussen die Länge des Films, die durchschnittliche Horizontalauflösung, sowie die Menge des sonstigen
Materials auf derselben Scheibe den Speicherbedarf: zweischichtige DVDs bieten 8,5 GB, einschichtige nur 4,7 GB Speicherkapazität -
die Horizontalauflösung muss daher oft entsprechend abgesenkt werden, damit alles komplett auf einer Scheibe Platz findet.
- Die Bereichsangabe bei der Laserdisc (400 - 440 TVL) bezieht sich auf die Qualität des Players - auf diese kommt es bei analogen
Videomedien mehr an als bei den digitalen Medien.
Die Vertikalauflösung beträgt bei diesen Medien ca. 480 aktive Zeilen (NTSC) bzw. ca. 576 aktive Zeilen (PAL) -
dies ist durch die jeweilige TV-Norm vorgegeben. Diese Zeilen (engl. "scan lines") bitte nicht mit der Maßeinheit TVL ("TV lines")
zur Angabe der Horizontalauflösung verwechseln - eine Erklärung zur Maßeinheit TVL siehe weiter unten.
Die Laserdisc war das erste Heim-Video-Medium, das (auf einzelnen Platten ab 1993) bereits echtes 16:9-Format unterstützte -
die entsprechenden Platten sind entweder mit "squeezed LD" oder mit "anamorphic widescreen" gekennzeichnet,
oder sie sind im speziellen PALplus-Verfahren aufgezeichnet.
 |
← (Ø 30cm): Die großen doppelseitigen Laserdiscs
wurden meistens in Kartonhüllen verkauft,
die den Hüllen von Langspielplatten zum Verwechseln ähnlich sehen. Sie sind silbern oder
golden wie eine CD, doppelseitig, und fühlbar dicker und steifer als eine Langspielplatte.
← (Ø 20cm): Die mittelgroßen doppelseitigen Laserdiscs sind ebenso dick wie die
großen Laserdiscs und wurden in entsprechend kleineren Kartonhüllen verkauft.
Die mittelgroßen einseitigen Laserdiscs (auch Ø 20cm) sind ebenso dünn wie CDs und wurden
manchmal in Kartonhüllen und manchmal in speziellen Plastiketuis verkauft. Die meisten
einseitigen Laserdisks sehen auch auf der Rückseite silbern (oder golden) aus, manche
sind aber auch ähnlich wie CD und DVD einseitig mit einem Bild bedruckt.
← (Ø 12cm):
Die kleinen Laserdiscs gibt es nur dünn und einseitig. Sie wurden in den von den CDs her
bekannten Plastiketuis verkauft. Die Variante VSD enthält nur einen ca. 5-minütigen Videoclip, während
die Variante CDV einen ebensolangen Videoclip plus ca. 20 Minuten zusätzliches Audio (ohne Bild) bietet. |
Hinweis: Die 12cm kleinen VSD- und CDV-Platten werden oft mit den ebenso großen CD oder DVD verwechselt - legt
man eine solche in einen CD- oder DVD-Player ein, so reagiert dieser bei VSD völlig hilflos, denn er kann deren
Aufzeichnungsart nicht verstehen. Von CDV-Platten kann dagegen der Nur-Audio-Teil problemlos abgespielt werden - den
Videoclip (und seinen Ton) bekommt man so allerdings nicht zu sehen oder zu hören. Möglich, dass sich in so
mancher CD-Sammlung unerkannt auch eine CDV befindet ... ;-)
Zur Technik der Laserdisc:
Arten von Laserdiscs:
Nach dem aufgezeichneten Videoformat gibt es drei Sorten
von Laserdiscs:
Videosignal- Standard | Frames pro Sekunde |
Bildzeilen insgesamt bei analoger Übertragung |
aktive Bildzeilen beim analogen Verfahren |
aktive Bildzeilen beim digitalen Verfahren | Kommentar |
| NTSC | 29,94 | 525 |
482 (LD) |
480 (DVD) | Standard in den USA und in Japan |
| PAL | 25 | 625 |
575 (LD) |
576 (DVD) | Standard in Europa, Australien, usw. |
| HD | 24/25/29,94/30 | 1125 |
1035 (HD-LD) |
1080 (BD) | High Definition Fernsehen, früher nur in Japan |
SECAM-Laserdiscs hat es dagegen nie gegeben, auch in Frankreich wurden PAL-Laserdiscs benutzt.
Auf meiner Seite zur Geschichte der Laserdiscs
habe ich die Geschichte der normalen Laserdiscs für NTSC (1978-2007), für PAL (1982-2000), die der
"MUSE HiVision" Laserdiscs für HD (1992-2002), sowie die der Laserdisc-Player selbst (1978-2009) kurz dargestellt.
Laserdiscs haben meistens 30 cm Durchmesser und sind in der Regel so silbern wie eine CD (es gibt aber auch goldene und purpurne).
Sie sind zwar gleich groß wie LP-Schallplatten, jedoch deutlich dicker und steifer, und sie haben keine Rillen.
Seltener sind die kleineren Laserdiscs mit nur 20 cm Durchmesser, die es sowohl in "dick" als auch in "dünn" gibt (genannt
"LD Single"),
und die immer "dünnen" mit nur 12 cm Durchmesser, die man leicht für eine CD halten könnte.
Da es die 30cm und die 20cm großen "dicken" Laserdiscs schon von Anfang
an gegeben hat, kommen alle Laserdisc-Player mechanisch mit ihnen zurecht, was für die "dünnen" Laserdiscs nicht gilt,
daher Vorsicht: vor dem Einlegen einer solchen "dünnen" Scheibe erst in der Bedienungsanleitung des Players nachschlagen,
wenn man sich nicht sicher ist, ob der Player dieses Format unterstützt. Wenn die Player-Mechanik eine solche dünne Scheibe
nämlich nicht fest erfasst, kann es wegen der hohen Drehgeschwindigkeit zur Zerstörung der Scheibe im Player kommen.
Hinweis:
Die ersten LD-Player, die auch CDs abspielen können, kamen zwar schon im September 1984 heraus, aber ...
die ersten LD-Player, die außerdem auch 12cm-Laserdiscs abspielen können, kamen erst Ende 1987 heraus.
Dazu ist eine höhere Drehgeschwindigkeit erforderlich.
Laserdiscs sind entweder im CAV- oder im CLV- (bzw. CAA-) Verfahren bespielt:
CAV (= Constant Angular Velocity) = gleichbleibende Drehgeschwindigkeit während der Abspielung wie z.B. bei Schallplatten.
Der Vorteil von CAV auf Laserdisc ist, dass bei ihnen selbst billige Player ein sauberes Standbild
(und diverse Trickplay-Funktionen) darstellen können, während dies bei CLV-Laserplatten nur denjenigen Player vorbehalten ist,
die über den Luxus eines - damals recht teuren - digitalen Bildspeichers verfügen: die damals eingebauten Bildspeicher hatten
allerdings nur geringe Kapazität: deshalb ist ein CLV-Laserdisc-Standbild via Memory immer sichtlich schlechter als das zugehörige
Laufbild, das direkt von der Laserdisc kommt - anders als bei der CAV-Laserdisc, wo das Standbild ebenso wie das Laufbild ohne Memory direkt
von der Laserdisc kommen und gleich gut aussehen.
CLV (= Constant Longitudinal Velocity) = gleichbleibende Geschwindigkeit zwischen Lesekopf und Scheibe, d.h. die Drehgeschwindigkeit
verringert sich, während der Lesekopf nach außen wandert, so wie es bei der DVD der Fall ist. Genau genommen handelt es sich
eigentlich nicht um CLV, sondern um CAA (= Constant Angular Acceleration") - eine vereinfachte Variante von CLV,
bei der die Geschwindigkeit nicht vollkommen gleichmäßig, sondern zonenweise in Schritten
verändert wird. Man hat sich jedoch angewöhnt, dennoch von "CLV" zu sprechen. Der Vorteil von CLV gegenüber CAV ist, dass
etwa doppelt so viel auf die Scheibe passt - maximal eine ganze Stunde Bewegtbild und Ton auf eine einzige Seite einer 30cm-Platte, d.h. ein
zweistündiger Film auf eine doppelseitig bespielte Scheibe. Ist der Film länger, ist eine zweite Scheibe erforderlich.
Bei den kleinen 12cm-Laserdiscs, VSD oder CDV genannt, die so dünn sind wie eine CD, wird immer nur CLV, nicht CAV verwendet.
Außerdem sind sie immer nur einseitig bespielt, ebenso wie die gleich dünnen 20cm großen LD-Singles:
die andere Seite ist bei diesen Sonderformaten oft wie bei einer DVD mit einem Bild bedruckt.
Beim Abspielen von Laserdisc muss immer nach spätestens einer Stunde die Scheibe umgedreht oder getauscht werden.
Das Umdrehen einer Scheibe erfolgt bei den einfachen Playern manuell und bei den teureren Modellen mit "Wendeautomatik" automatisch -
aber auch dort dauert so eine Abspiel-Unterbrechung 6-12 Sekunden, da die Platte vor dem Abspielen der anderen Seite gestoppt und dann
gegenläufig wieder beschleunigt werden muss. Das Tauschen der Platten geschieht immer manuell, es sei denn, man besitzt einen der
seltenen 2-Platten-Player wie den Pioneer LD-W1 (maximal 4 Stunden ohne Aufstehen) oder einen professionellen LD-Changer ...
Achtung: das Videosignal aller Laserdiscs - auch derjenigen, die so klein sind wie eine CD - kann nur von LD-Playern wiedergegeben werden.
In CD-, VCD-, DVD-, HDDVD-, oder BD-Playern wird von einer 12cm-CDV nur der Audio-Only-Teil gelesen, von einer 12cm-VSD kann von
diesen Geräten überhaupt nichts gelesen werden !

12cm-Laserdiscs sind entweder reine Laserdiscs (genannt VSD bzw. "Video Single Disc") mit nur einem Videoclip, oder Laserdisc/CD-Hybride
(genannt CDV bzw. "Compact Disc Video") mit einem Videoclip im Laserdisc-Format und einem 20-Minuten-Nur-Audio-Teil, der auch von einem
CD-Player wiedergegeben werden kann. Nicht jeder LD/CD-Kombiplayer (solche gibt es seit September 1984) kann auch 12cm-Laserdiscs wiedergeben,
die ersten dafür geeigneten Modelle kamen erst 1987 auf den Markt. Im Zweifelsfall in der Bedienungsanleitung nachsehen.
| ☺ |
Manchmal liest man anstelle von 12cm, 20cm und 30cm auch die ungenauen Größenangaben
5-Inch, 8-Inch und 12-Inch -
das ist "amerikanisch gerundet":
die Zentimeterangaben stimmen tatsächlich millimetergenau, in Inch gemessen sind es dagegen
ungefähr 4.7", 7.9" und 11.8" ... ! |
Tonsignale:
Eine Besonderheit der Laserdiscs ist der erstklassige analoge HiFi-Stereo-Ton (max. 75 dB Signal/Noise):
der linke und rechte FM-Kanal sind getrennt gespeichert (da gibt es kein Übersprechen von links nach rechts)
und obendrein wird dort seit 1982 in der Regel das Rauschunterdrückungsverfahren "CX" angewendet.
Und der seit 1985 auf den meisten Laserdiscs vorhandene digitale PCM-2.0-Ton (nach Redbook-Standard und mit EFM) ist mit der
gepriesenen CD-Qualität identisch und bietet zwei unkomprimierte 16-bit-Linear-PCM-Kanäle
mit 44.1 kHz-Samplingrate. Die gleichzeitige Verfügbarkeit von analogem HiFi-Stereo-Sound und digitalem
HiFi-Stereo-Sound (CD-Sound) kommt nur bei den 30cm und 20cm großen NTSC-Laserdiscs vor und ist dort seit 1985 üblich.
PAL-Laserdiscs enthalten nur entweder analogen oder, ebenfalls seit 1985, digitalen HiFi-Stereo-Sound.
Die kleinen 12cm-Laserdiscs sowohl in NTSC als auch in PAL enthalten nur digitalen HiFi-Stereo-Sound.
Sowohl die analogen als auch die digitalen "HiFi-Stereo"-Soundtracks der Laserdiscs enthalten in vielen Fällen
gar kein simples Stereo, sondern Dolby-Surround-Sound.
Als digitalen Audio-Output gab es bei einzelnen Playern ursprünglich einen elektrischen EFM-Ausgang, aber seit 1986 kam
die auch von den heutigen DVD-Playern bekannte optische Toslink-Buchse und auch die elektrische Coaxial-Buchse
in Gebrauch -
dort erscheint dann je nach der abgespielten Laserdisc entweder PCM-2.0 wie bei der CD (in Stereo
oder in Dolby Surround), oder DTS 5.1 mit ebenfalls 1440 kbps, oder nichts, und zwar dann,
wenn die Platte sehr alt ist und nur analogen Ton enthält!
Der analoge Ton der Laserdiscs (sofern vorhanden) erscheint nämlich ausschließlich an den analogen
weißen und roten Buchsen (und im Scart-Stecker der europäischen Player).
Da es auf der Laserdisc weder beim analogen noch beim digitalen Stereoton Übersprechprobleme gibt, können statt dessen auch zwei
ganz verschiedene Mono-Tonspuren aufgezeichnet sein, die einzeln ausgewählt werden können, z.B. zwei verschiedene Sprachen,
oder bei Karaoke-Platten das Lied einmal mit und einmal ohne Sänger.
NTSC-Laserdiscs verfügen oft sowohl über analoge und digitale Tonspuren - daher ist es bei zweiprachigen NTSC-Laserdiscs üblich,
dass der Analogton die eine Sprache und der Digitalton die andere Sprache liefert - so können beide Sprachversionen volles Stereo oder Dolby Surround bieten.
Sollte die Laserdisc auch Dolby Digital 5.1 oder Dolby Digital EX Ton enthalten, so erscheint dieser allerdings
nicht am Digitalton-Ausgang, sondern als 2,88-MHz-FM-Signal an einer extra Cinch-Buchse, die mit "AC-3 RF Out" beschriftet ist.
Wenn der angeschlossene AV Receiver keinen AC-3 RF Eingang aufweist, muß ein separater RF-Demodulator zwischen den
Player und den AV Receiver geschaltet werden, um aus "AC-3 RF" das 384-kbps-Dolby-Digital-Toslink-Signal für den AV Receiver
zu gewinnen.
|
HD-Laserdiscs enthalten im MUSE-Signal zusätzliche digitale Tonkanäle: entweder unkomprimiertes PCM 2.0 mit
48kHz/16bit (in Stereo oder Dolby Surround)
oder unkomprimiertes PCM 4.0 mit 32kHz/12bit: Right, Center, Left, Surround (L/R).
Die MUSE-spezifischen Tonsignale der HD-Laserdisc können - wie auch das
Bildsignal selbst - nicht am HD-Laserdisc-Player abgegriffen werden, sondern müssen den Ausgängen des separaten MUSE-Decoders
(siehe unten) entnommen werden.
|
Videosignale:
Normale Laserdiscs enthalten ein analoges NTSC- oder ein PAL- Composite-Video-Signal, in diesem sind
das Luminanzsignal, das Chrominanzsignal und die Synchronisationssignale analog zusammengemischt und müssen entweder
im Laserdisc-Player selbst oder im angeschlossenen Monitor bzw. Fernseher durch ein sogenanntes "Kammfilter" wieder getrennt
werden. Enthält der Laserdisc-Player ein solches Kammfilter, besitzt er zusätzlich zum gelben Composite-Ausgang auch
einen S-Video-Ausgang. Ist aber die Qualität des im Monitor eingebauten Kammfilters höher als die des Kammfilters im
Laserdisc-Player, sollte man dennoch besser nur das Composite-Video-Signal (das mit dem gelben Stecker) zum Monitor verbinden und
die Trennung der Signale im Monitor vornehmen lassen. Im Zweifel empfiehlt sich Ausprobieren und Vergleichen.
HD-Laserdiscs bzw. MUSE-HiVision-Laserdiscs (MUSE = MUltiple sub-nyquist Sampling Encoding)
enthalten im analogen FM-Signal neben den auch in normalen Laserdiscs anzutreffenden analogen und digitalen PCM-Spuren (EFM)
anstelle des Composite-Video-Signals ein 8.3-MHz-Signal, genannt "MUSE-Signal", in dem sowohl digitaler PCM-Ton als auch das
"MUSE-komprimierte" Bildsignal transportiert wird. Das MUSE-Tonsignal ist entweder PCM 2.0 mit 2x 48kHz/16bit oder PCM4.0 mit mit 2x 32kHz/12bit,
welches an den 4 analogen MUSE-Decoder-Ausgängen als Left, Center, Right, und Surround L/R erscheint, und oft als 3.1-Sound mit
reduziertem Frequenzgang im Surroundkanal genutzt wurde. Alternativ bieten manche Decodermodelle auch
digitales PCM 4.0 in Form von zwei Coaxialausgängen mit jeweils PCM 2.0.
Ein MUSE-Bildsignal besteht aus einem TCI-kodierten (TCI = Time Compressed Integration) Luminanzsignal (Y) und einem
Chrominanzsignal (C) mit reduzierter Bandbreite. Das MUSE-Verfahren verarbeitet das Bildsignal mit Hilfe eines digitalen Bildspeichers sowohl im Decoder
als auch im Encoder. Im Encoder wird das Signal in Komponenten (Y,Ub,Ur) aufgetrennt, für die Farbdifferenzsignale muß man sich
das gesamte Bild als in quadratische Felder aus jeweils 2 x 2 Pixeln eingeteilt vorstellen - von den vier Informationen einer solchen Gruppe
wird in einem Halbbild ("Frame") immer nur eine übertragen.
Wenn der MUSE-Encoder durch Vergleich mit dem vorangegangenen Frame erkennt, dass das Bild in diesem Gebiet ruhig ist, wird beim Folgeframe
das nächste Pixel der Vierergruppe ausgegeben, so dass in ruhenden Bildabschnitten nach vier Frames im Decoder die volle Bildauflösung
(1060 x 1035 Pixel) erreicht wird, während in bewegten Bildteilen immer wieder dasselbe Pixel (oder die Summe aller vier Pixel) ausgegeben
und vom Decoder auf die ganze 4-Pixel-Fläche verteilt wird. Im ungünstigsten Fall, nälich wenn alle Vierergruppen betroffen sind,
sinkt die Bildauflösung so sowohl horizontal als auch vertikal auf die Hälfte, also auf 530 x 518 "Großpixel"
(was allerdings immer noch besser als NTSC ist).
Die Reduzierung der Auflösung ist aber meist lokal begrenzt und fällt nicht stark auf - umso mehr, als MUSE-Encoder auch Bewegungen
des gesamten Bildes erkennen und auf Verschiebungen um bis zu 16 Farbsamples horizontal und um bis zu 3 Zeilen vertikal reagieren und den kompletten
Bildspeicher entsprechend nachführen können, ohne dass das Bild unscharf wird, etwa bei einem horizontalen Schwenk.
Mehrfache Nachbesserung der Motion Detection und der Summenbildung in bewegten Bildteilen führte zur Version "MUSE III" (ab ca. 1995), die
ein sichtlich besseres Bild als die frühen MUSE-Versionen bot.
MUSE III findet sich übrigens auch in einigen späten HD-Laserdisc-Releases wie z.B. in "The River".
Im durch ein einziges Coaxialkabel an den Player angeschlossenen MUSE-Decoder (Player "MUSE Out" zu Decoder "Muse In") wird nach Abtrennung
des Mehrkanal-PCM-Tons ein Y/C-Signal restauriert und aufgetrennt, das dann als analoges Komponentensignal
YPbPr im Format 1125i (60Hz, mit 1035 aktiven Bildzeilen) für die Weiterleitung zum HD-Bildschirm zur Verfügung steht.
Ende der 90er Jahre wurden in Japan auch HD-Fernseher verkauft, die den MUSE-Decoder gleich eingebaut enthalten.
Für das Abspielen von normalen Laserdiscs besitzen die meisten HD-LD-Player aber auch die üblichen Anschlüsse
wie ein normaler LD-Player, je nach Modell auch AC3-RF Out. |
Bildqualiät:
Die Bildqualität bei der Laserdisc hängt nicht nur von der Qualität der Laserdisc selbst, sondern
- wie bei analogen Medien üblich - auch erheblich von der Qualität des Players ab !
Da Laserdiscs in der Fabrik mit Hilfe eines roten Lasers produziert werden, in den meisten Playern zum Lesen aber
(wie in CD-Laufwerken) infrarote Laser mit größerer Wellenlänge verwendet werden, ist ein gewisser
Qualitätsverlust unvermeidlich. Im Gegensatz zur digitalen Aufzeichnung bei CDs und DVDs, wo es innerhalb eines gewissen
Rasters nur auf die Erkennung von "Pit" oder "Land", sozusagen von 0 und 1, ankommt, müssen beim Lesen der analogen
Laserdisc-Daten die genauen Zeitpunkte der "Pit-Anfänge" und "Land-Anfänge" mit so hoher Genauigkeit wie nur möglich
erfasst werden, um eine gute Wiedergabequalität zu erzielen.
| Soweit mir bekannt ist, besitzen nur die teuren
HD-Laserdisc-Player ebenfalls rote Laser (wie in DVD-Laufwerken) und
können damit nicht nur die speziellen HD-Laserdiscs abspielen, sondern auch die normalen Laserdiscs besser abspielen
als die "normalen" Laserdisc-Player ! |
Die Videobandbreite von 4.2 MHz bei NTSC-Laserdiscs und 5 MHz bei PAL-Laserdiscs kann man in eine
theoretisch erreichbare Horizontalauflösung von 425 TVL (bei NTSC) bzw. 440 TVL (bei PAL) umrechnen.
VHS bietet demgegenüber nur etwa 250 TVL, guter analoger Fernsehempfang 380 TVL, S-VHS und Hi8 etwa 400 TVL,
und DVDs bieten - dynamisch schwankend - 300-500 TVL). Die reale Laserdisc-Bildauflösung bei einem guten "normalen
Laserdisc-Player" dürfte bei etwa 400 TVL liegen.
|
HD-Laserdiscs Beim Abspielen von MUSE-HiVision-Platten auf einem HD-Laserdisc-Player wird eine Horizontalauflösung
von ca. 600 TVL bei 1035 sichtbaren Zeilen ("1035i60") im Format 16:9 erreicht.
Dies ist bedingt durch die Signalverarbeitung im MUSE-Decoder, der das Bild üblicherweise in einem digitalen Speicher
mit 1060 Pixeln Breite verarbeitet.
Diese hohe Bildauflösung konnte man in Deutschland in den 90er Jahren immer wieder als HD-Demo auf der Cebit-Messe bestaunen,
während in Japan zahlungskräftige Heimkino-Liebhaber bereits HD-Fernseher und dazu passende Satelliten-Receiver kauften
(eine 36"-HD-Röhre von Panasonic kostete Anfang 1991 noch ca. 34000 US$ - der Preis fiel danach allerdings stetig).
|
Lines bzw. Scan-Lines sind das Maß für Vertikalauflösung, manchmal irreführenderweise auch als
"television lines" bezeichnet (nicht mit TVL verwechseln, s.u.). Die Vertikalauflösung ergibt sich bei allen Videosystemen aus der
Zahl der Scanzeilen, aus denen sich das sichtbare Bild zusammensetzt.
Im Falle des PAL-Systems (brutto 625 Zeilen) sind typischerweise 575-576 Zeilen sichtbar, bei NTSC (brutto 525 Zeilen) sind 480-482 Zeilen
sichtbar. Von 1991 bis 2007 wurde in Japan analoges HD-Fernsehen mit brutto 1125 Zeilen ausgestrahlt (davon sind 1035 Zeilen sichtbar) -
auch die HD-Laserdisc bietet diesen Standard.
Seit 2000 werden nun im digitalen japanischen Satellitenfernsehen 1080 sichtbare Zeilen verwendet (1080i60). Auch D-VHS-Bänder, HD-DVD-Scheiben
und manche Blu-ray Discs nutzen diesen Standard. Bei den letzteren ist allerdings 1080p24 der vorherrschende Standard geworden.
Die meisten deutschen Fernsehsender betreiben allerdings ihre HDTV-Kanäle derzeit nur mit 720p50.
TVL (= Television Lines) ist ein Maß für die Horizontalauflösung: dabei betrachtet man nicht die
gesamte Bildschirmbreite, sondern nur soviele cm davon, wie der Bildschirm auch hoch ist, sozusagen den größtmöglichen
kreisförmigen Ausschnitt auf dem Bildschirm. Und nur innerhalb dieses Kreises zählt man, wieviele senkrecht-stehende,
horizontal nebeneinanderliegende (abwechselnd weiße und schwarze) Linien bei einem entsprechenden Testbild maximal noch
unterschieden werden können. TVL wird daher im Englischen auch "horizontal lines per picture height" genannt.
Der hier unterhalb des Bildschirms dargestellte Teststreifen enthält 700 Linien - wenn Sie diesen
Teststreifen an der Stelle des roten Streifens in einem Video unterbringen, so daß er genau die Breite hat, die der
Bildschirmhöhe entspricht, und es sind noch alle 350 weißen und 350 schwarzen Linien einzeln erkennbar (!) -
dann hat das Videobild eine Horizontalauflösung von 700 TVL.

Teststreifen mit 700 senkrechten Linien: 
Horizontalauflösungen dieser Größenordnung schaffen jedoch nur HD-taugliche Systeme - - - und
Computermonitore.
Hinweis: In der Computerwelt
ist es üblich (und auch ich bin es gewöhnt), einen 1920x1080-Pixel-Bildschirm ungenau als Bildschirm mit der horizontalen Auflösung
"1920 Pixel" zu bezeichnen. Das entspricht aber nur 1080 TVL, da bei einem 16:9-Bildschirm die Linienzählung nur auf neun Sechzehntel
der Bildschirmbreite durchgeführt werden darf. Eine DVD mit horizontal 720 Pixeln kann auf einem 16:9-Bildschirm daher (theoretisch)
nur maximal 405 TVL erreichen, auf einem 4:3-Bildschirm sind es dagegen mehr als 500 TVL maximal.
16:9 Breitbild:
Bei den NTSC-Laserdiscs gibt es neben den Letterbox-Ausgaben mit den schwarzen Streifen oben und unten
vereinzelt auch Breitwand-Ausgaben mit der Kennzeichnung "anamorphic widescreen" bzw. "Squeezed LD",
auf denen das Bild in voller Höhe (also ohne schwarze Streifen oben und unten), jedoch horizontal zusammengestaucht
vorliegt. Beim Abspielen dieser Laserdiscs muß dann der Bildschirm durch Dehnung auf 16:9-Breitbild die
richtigen Proportionen wiederherstellen - eine Vorwegnahme des bei DVDs üblichen Verfahrens.
Unter den PAL-Laserdiscs finden sich ein paar wenige mit dem teilweise vergleichbaren PALplus-Verfahren.
Diese Laserdiscs ergeben bei der Wiedergabe auf einem normalen PAL-Bildschirm das gewohnte Letterbox-Bild mit den schwarzen
Balken ober- und unterhalb des sichtbaren Bildes (432 Netto-Bildzeilen plus oben und unten je 72 schwarze Zeilen). Auf PALplus-Bildschirmen
wird jedoch ein 16:9-Breitwand-füllendes detailreiches Bild vergleichbar mit den "anamorphic widescreen" Ausgaben in NTSC angezeigt.
Dieses Kunststück gelingt dem PALplus-Verfahren durch das Verstecken eines "Helper-Signals" (umfunktioniertes Blau-Differenzsignal U)
in den schwarzen Balken oben und unten im Bild. Dieses Signal ist auf normalen PAL-Bildschirmen praktisch nicht sichtbar, da die Luminanz dieser
144 Zeilen auf Schwarzpegel gehalten wird. Ein PALplus-Empfänger fügt in das schmale Netto-Bild mit den 432 Netto-Bildzeilen jeweils
nach drei Bildzeilen wieder die fehlende vierte Bildzeile ein, indem sie deren Luminanz aus den Helper-Signalen gewinnt und die Chrominanz
durch Interpolation aus den Nachbarzeilen berechnet. So hat das restaurierte PALplus-Bild wieder 576 Netto-Bildzeilen
und ist damit genauso hoch aufgelöst wie es beim "anamorphic widescreen" Verfahren der Fall wäre, lediglich die
Farbauflösung bleibt ein wenig hinter dem "anamorphic widescreen" Verfahren zurück.
Untertitel:
Untertitel können auf Laserdiscs sowohl fest eingebaut als auch an- und abschaltbar sein. In Japan und in Hongkong
erschienen
ausländische Filme meistens mit dem Original-Soundtrack und "fest eingebrannten" japanischen bzw. chinesischen Untertiteln.
Einblendbare Untertitel (1): Viele der in Japan und die meisten der in den USA produzierten Filme enthalten zusätzlich
"Closed Captioned"-Information
(CC) eingebettet im Composite-Video-Signal - das ist nichts anderes als (englische) "Untertitel für Hörgeschädigte".
Die Sichtbarmachung dieser CC-Untertitel erfordert einen speziellen Closed-Caption-Decoder, der zwischen Player und Bildschirm
angeschlossen wird, wenn nicht der Bildschirm sowieso bereits einen solchen Decoder enthält
(was in den USA Standard bei allen Fernsehern ist).
Einblendbare Untertitel (2): Ab ca. 1993 kam dann auch noch das flexiblere und digitale "Laserdisc-Graphic"-Verfahren
(LD-G, auch LD+G oder LD&G genannt) in Gebrauch, das bis zu 16 optionale Untertitel in verschiedenen
Sprachen und Schriften bieten kann - allerdings unterstützen nur die zuletzt in Japan produzierten Player dieses Feature,
z.B. der Pioneer DVL-919. Der einzige in den USA mit eingebautem LD-G-Decoder verkaufte Player soll der Denon MD-3500 gewesen sein.
Die "16" verschiedenen Untertitelspuren sind allerdings Theorie, plattenseitig sind nur Laserdiscs mit maximal zwei verschiedenen
LD-G-Untertitelspuren und einer CC-Untertitelspur bekannt. "CC" und "LD-G" kann auf Laserdiscs gleichzeitig vorhanden sein.
Einblendbare Untertitel (3): Auf manchen PAL-Laserdiscs gibt es auch ein "Teletext"- bzw. "Videotext"-Signal (auf dem Cover steht meist "TELETEXT" als Hinweis),
das zusätzliche Info-Tafeln und mehrsprachige Untertitel-Tafeln enthält, die man bei Verwendung eines Fernsehers mit eingebautem
Videotext-Decoder sichtbar machen kann.
Technischer Hinweis zu den einblendbaren Untertiteln:
CC-Untertitel ebenso wie Teletext-Untertitel basieren technisch auf digitalen Signalen,
die in die nicht sichtbaren analogen Bildzeilen (die sog. "Austastlücke") eingebaut sind und von einem entsprechenden Decoder erkannt und
dann im Bild dargestellt werden können. Ein externer Decoder besitzt daher einen Video-Eingang und einen Video-Ausgang - an letzterem
erscheint das Bild mitsamt der hinzugefügten Einblendung.
Bei den LD-G-Untertiteln ist das anders: dort sind die digitalen Untertitel-Informationen in der digitalen
Tonspur der Platte als sog. "Subcodes" untergebracht - dementsprechend hat ein externer LD-G-Decoder (z.B. der Pioneer LG-1) Eingänge und Ausgänge
sowohl für digitalen Ton als auch für das analoge Videosignal (Composite) - die LD-G-Untertitel, die zusätzlich im analogen Video-Out-Signal
erscheinen, wurden dem digitalen Audio-In-Signal entnommen ...
Drehgeschwindigkeiten:
30cm-NTSC-Platten starten immer mit
1800 rpm (= Drehungen pro Minute), 30cm-PAL-Platten mit 1500 rpm. Das sind bei NTSC-Platten also 30 Umdrehungen pro Sekunde !
Bei CAV-Platten bleibt diese Geschwindigkeit konstant, und bei
CLV-Platten sinkt die Geschwindigkeit, wenn der Lesekopf langsam nach außen wandert,
auf ein Drittel, also auf 600 rpm bei NTSC bzw. 500 rpm bei PAL. Der Spurabstand beträgt rund 1,7µm.
20cm-Platten starten genauso schnell wie die 30cm-Platten,
bei den CLV-Platten sinkt jedoch die Geschwindigkeit nicht so tief wie bei den 30cm-Platten, da sie kleiner sind und das Abspielen daher
früher zu Ende ist.
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HD-Laserdiscs (30cm, 20cm) mit CLV starten mit 2470 rpm und diese Geschwindigkeit sinkt dann bei den 30cm-Scheiben nach
außen hin bis auf 935 rpm (bei CAV soll die konstante Drehgeschwindigkeit sogar 2700 rpm sein - 3 Umdrehungen für 2 Vollbilder ?).
Der Spurabstand auf HD-Laserdiscs (rund 1,1µm) ist kleiner als bei den normalen LDs, um die gleiche Spieldauer wie bei diesen zu erreichen.
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12cm-NTSC-Platten (CDV und VSD, beide CLV) starten wegen des kleineren Durchmessers ihrer ersten Videospuren sogar mit 2700 rpm,
um eine ausreichende Oberflächengeschwindigkeit zu bieten, ihre Geschwindigkeit sinkt dann nach außen hin auf 1800 rpm.
Bei 12cm-PAL-Platten ändert sich die Geschwindigkeit entsprechend von 2250 rpm bis 1500 rpm - dafür spielen sie auch
eine Minute länger als NTSC-Platten.
Die 45 rpm der kleinen und die 33 rpm der großen Schallplatten (CAV) sehen im
Vergleich dazu ganz schön müde aus - und auch die CD (CLV, 1x) mit ihren 500 rpm (innen) bis 340 rpm (außen) wirkt
da recht "gemütlich". DVDs (CLV, 1x) sind etwas schneller, sie schaffen maximal immerhin 1530 rpm.
Alle Laserdisc-Player, die 12cm-LDs abspielen können, können auch Audio CDs abspielen - umgekehrt gilt
das jedoch nicht: vor 1987 gebaute LD/CD-Kombiplayer können zwar sowohl LDs als auch CDs abspielen, unterstützen aber noch nicht den
für 12cm-LDs erforderlichen Hochgeschwindigkeitsmodus.
Einzelbild-Archive:
Als "Exoten" unter den Laserdiscs mögen diejenigen Laserdiscs erscheinen, die gar kein Video, sondern eine Sammlung von
bis zu 54000 verschiedene Einzelbilder pro Seite auf einer 30cm-CAV-Platte enthalten - manchmal sind solche Einzelbild-Sammlungen
auch mit Bewegt-Video-Sequenzen gemischt, wie z.B. bei der "SpaceDisc Vol. 4: Voyage to the planets" der NASA, die neben Filmaufnahmen auch
Tausende Fotos der Voyager- und Viking-Missionen enthält.
Weil bei CAV-Platten jedes einzelne Bild exakt angesteuert und vollkommen ruhig
selbst auf billigen Playern wiedergegeben werden kann, wurden solche Laserdiscs früher öfters von Firmen als Bildarchiv oder
Katalog eingesetzt.
Beschreibbare Laserdiscs:
Interessanterweise gab es auch 1x-beschreibbare Laserdiscs, heute würde man sie wohl "LD-R" nennen, aber damals
gab es diese Art der Benennung noch nicht. Eine solche beschreibbare Laserdisc von Pioneer wurde Pioneer Gold oder simpel Gold Disc
genannt, während ein anderer Standard als RLV disc ("Recordable LaserVision disc") bekannt war. Davon gab es die Varianten "RLV Glass"
und "RLV Plastic" von verschiedenen Herstellern. Eine RLV disc ist eine
1x-beschreibbare 30cm-Laserplatte (immer CAV, NTSC), die nach dem Beschreiben in einem RLV-fähigen Recorder
(1984 gebaut von der "Optical Disc Corporation", jetzt "ODC Nimbus") auf jedem normalen LD-Player abgespielt werden kann.
Eine RLV disc sieht im Gegensatz zu normalen Laserdiscs nicht silbern (oder golden) aus,
sondern wegen des darin verwendeten Farbstoffs purpurn.
Das technisch ähnliche Konkurrenzsystem von Sony heißt CRV ("Component Recordable Videodisc") und ist ebenfalls 1x-beschreibbar,
jedoch sind die Scheiben im Unterschied zu Laserdiscs immer in einer Cartridge untergebracht und können nur in CRV-Recordern/Playern abgespielt
werden (z.B. Sony LVR-6000/LVS-6000P). Eine 30cm CRV disc (immer CAV) kann im NTSC-Modus maximal nur 24 Minuten bzw. 43500 Einzelbilder,
und im PAL-Modus max. 36250 Einzelbilder aufnehmen. CRVs sind nicht kompatibel mit Laserdiscs!
Die Zukunft der Laserdisc:
Laserdiscs werden in den Playern berührungslos mit einem Laserstrahl gelesen, ähnlich wie CDs, DVDs und BDs.
Daher nutzen sich Laserdiscs nicht ab und sind damit das
erste "bleibende" Home-Video-Medium
in der Geschichte, das bei sachgemäßer Lagerung
eine theoretisch mehr oder weniger unbeschränkte Lebensdauer besitzt. Diese ist zwar bisher nicht genau bekannt, aber ich
gehe davon aus, dass auch meine Urenkel noch eine Möglichkeit finden werden, sie abzuspielen. Mittlerweile hat zwar die
letzte Laserdisc-Fabrik ihre Tore geschlossen, aber es hat sich bereits eine weltweite Liebhaber-Szene gebildet,
in der die großen Silberscheiben weiter in Ehren gehalten werden.
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Die übliche Hülle einer 30cm-Laserdisc und die ihres kompakten Nachfolgers DVD:
die Laserdisc-Hülle ist wesentlich größer und bietet mehr Platz für Artwork, ist aber fast so dünn wie eine
Schallplattenhülle. Eine Laserdisc-Hülle hat daher in etwa denselben Rauminhalt wie eine
typische DVD-Hülle von Amaray. Das Gewicht einer Laserdisc mit ihrer stabilen Kartonhülle (ca. 205g + 132g = 337g)
übersteigt jedoch das einer DVD mit ihrer Plastikhülle (ca. 15g + 80g = 95g) bei weitem ... sogar eine VHS-Kassette mit
dünner Kartonhülle (ca. 230g + 45g = 275g) ist da leichter. Ein gewichtiges Hobby also, die gute alte Laserdisc ... ;-)
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Weblinks (ohne Gewähr) zu nützlichen Informationen über die Laserdisc:
Zur Technik der Laserdisc:
Bob Niland's Laserdisc FAQs (englisch)
Zu Laserdisc-Player-Modellen:
Laserdisc UK Web Site (englisch)
Zu den auf Laserdisc erschienenen Filmtiteln:
Laser Disc Database (englisch)
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Vergleich verschiedener Bildplattensysteme
Information zur Laserdisc
Kurzer Abriss zur Geschichte der Laserdisc

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