deutsch
English
Esperanto
|

Inoffizielle Fan-Website
Vergleich verschiedener Bildplattensysteme
Information zur Laserdisc
Kurzer Abriss zur Geschichte der Laserdisc
Information zur Laserdisc
Auch bekannt als "Reflective Optical Videodisc System", "DiscoVision", "LaserVision", "LaserDisc",
"CD-Video", "LV", "LD", "CDV", und "VSD".
(teilw. Trademarks von MCA, Philips und Pioneer. Philips nannte seine Player auch "Magnavision" oder VLP = "Video Long Play"/"Video LangspeelPlaat")
Ich verwende in dieser Website das Wort "Laserdisc" bzw. "LD" als allgemeine Bezeichnung für alle zusammen.
(zuletzt bearbeitet im April 2008)
So erstaunlich es klingt, aber das von Ende 1978 bis Ende 1996 (18 Jahre lang) technisch fortschrittlichste Home-Video-Medium -
nämlich die sog. "Laserdisc" - haben in Deutschland nur wenige überhaupt mitbekommen, und diese wenigen waren
vorwiegend HiFi-Freaks.
Laserdiscs gab es anfangs nur für das japanisch/amerikanische NTSC-System: im Dezember 1978 wurde der erste LD-Player
"Philips Magnavision VH-8000" in den USA verkauft. Ab 1982 gab es auch Modelle für das europäische PAL-System.
Dennoch begnügten sich die meisten Deutschen weitere fünfzehn Jahre lang lieber mit unscharfen Bildern
vom VHS-Recorder und kamen erst Ende 1996 (in Deutschland: 1998) durch die Markteinführung der DVD in den Genuss sauberer Bilder.
Die meisten Hersteller beendeten ihre Laserdisc-Produktion bereits bald danach, so dass nach 2001 nur noch wenige LDs erschienen -
hauptsächlich Music-Videos und Karaoke-Videos. Die letzte Produktionslinie für 30cm-LD (bei der Firma Columbia Music Entertainment)
wurde im März 2004 geschlossen,
und die allerletzte Laserdisc-Produktionslinie überhaupt (bei der Firma Memory-Tech Corporation, nur 20cm-LD-Singles) schloss
erst im März 2007. Zwischen dem ersten und dem letzten Release auf Laserdisc liegen also mehr als 28 Jahre !
| Laserdiscs | Titel: | Genre: | Technisch: | Released in: | Releasedatum: |
| Eine der ersten: | Jaws | Spielfilm | 30cm LD, NTSC | USA |
11.12.1978 |
| Die allerletzte: | Kanazawa no ame | Karaoke | 20cm LD-Single, NTSC |
Japan | 20.05.2007 |
Die Produktion von NTSC-LD-Playern indes wird von Pioneer in Japan in geringen Stückzahlen bis heute fortgesetzt: es handelt
sich dabei um die vier Modelle DVL-919, DVL-K88, DVK-900, und CLD-R5 (Stand Okt. 2007).
Man vergleiche einmal die folgenden Horizontalauflösungen in TVL:
| Horizontalauflösungen in TVL - PAL-System (4:3): |
| VHS | VHS-HQ | analoges Fernsehen |
S-VHS, Hi8 | Laserdisc | digitales Fernsehen |
DVD |
| ca. 250 TVL | ca. 270 TVL |
ca. 390 TVL | ca. 400 TVL | 400 - 440 TVL | max. 500 TVL |
max. 500 TVL |
| |
| Horizontalauflösungen in TVL - PAL-System (16:9): |
| VHS | VHS-HQ | analoges Fernsehen |
S-VHS, Hi8 | Laserdisc | digitales Fernsehen |
DVD |
| - | - | - | - |
300 - 330 TVL | max. 400 TVL |
max. 400 TVL |
Die Laserdisc steht hier nicht schlecht da, und wenn man das folgende bedenkt, steht sie sogar noch etwas besser da:
- Die reale Horizontalauflösung von digitalem Fernsehen ist oft niedriger als von analogem Fernsehen,
da typischerweise niedrige Bitraten verwendet werden, um viele Kanäle im Kabel bzw. im Satellitensignal unterbringen zu können -
oft wird der angegebene Spitzenwert für die Horizontalauflösung nur in den bezahlten Werbeblöcken tatsächlich erreicht.
- Bei der DVD beeinflussen die Länge des Films, die durchschnittliche Horizontalauflösung, sowie die Menge des sonstigen
Materials auf derselben Scheibe den Speicherbedarf: zweischichtige DVDs bieten 8,5 GB, einschichtige nur 4,7 GB Speicherkapazität -
die Horizontalauflösung muss daher oft entsprechend abgesenkt werden, damit alles komplett auf einer Scheibe Platz findet.
- Die Bereichsangabe bei der Laserdisc (400 - 440 TVL) bezieht sich auf die Qualität des Players - auf diese kommt es bei analogen
Videomedien mehr an als bei den digitalen Medien.
Die Vertikalauflösung beträgt dagegen bei diesen Medien einheitlich 575 bzw. 576 TVL - dies ist durch die PAL-Norm vorgegeben.
Eine Erklärung zur Maßeinheit TVL siehe weiter unten.
Die Laserdisc war das einzige analoge Heim-Medium, das (auf einzelnen Platten) bereits echtes 16:9-Format unterstützte -
die entsprechenden Platten sind entweder mit "squeezed LD" oder mit "anamorphic widescreen" gekennzeichnet
oder sie sind im speziellen PALplus-Verfahren aufgezeichnet.
Zur Technik der Laserdisc:
 |
Die großen doppelseitigen Laserdiscs (Ø 30cm) wurden meistens in Kartonhüllen verkauft,
die den Hüllen von Langspielplatten zum Verwechseln ähnlich sehen. Sie sind silbern oder
golden wie eine CD, doppelseitig, und fühlbar dicker und steifer als eine Langspielplatte.
Die mittelgroßen doppelseitigen Laserdiscs (Ø 20cm) sind ebenso dick wie die
großen Laserdiscs und wurden in entsprechend kleineren Kartonhüllen verkauft.
Die mittelgroßen einseitigen Laserdiscs (Ø 20cm) sind ebenso dünn wie CDs und wurden
manchmal in Kartonhüllen und manchmal in speziellen Plastiketuis verkauft. Die meisten
einseitigen Laserdisks sehen auch auf der Rückseite silbern (oder golden) aus, manche
sind aber auch ähnlich wie CD und DVD einseitig mit einem Bild bedruckt.
Die kleinen Laserdiscs (Ø 12cm) gibt es nur dünn und einseitig. Sie wurden in den von den
CDs her bekannten Plastiketuis verkauft. Die Variante VSD enthält nur einen ca. 5-minütigen Videoclip,
während die CDV einen ebensolangen Videoclip plus ca. 20 Minuten zusätzliches Audio (ohne Bild) bietet. |
Hinweis: Die 12cm kleinen VSD- und CDV-Platten werden oft mit den ebenso großen CD oder DVD verwechselt - legt
man eine solche in einen CD- oder DVD-Player ein, so reagiert dieser bei VSD völlig hilflos, denn er kann deren
Aufzeichnungsart nicht verstehen. Von CDV-Platten kann dagegen der Nur-Audio-Teil problemlos abgespielt werden - den
Videoclip (und seinen Ton) bekommt man so allerdings nicht zu sehen oder zu hören. Möglich, dass sich in so
mancher CD-Sammlung unerkannt auch eine CDV befindet ... ;-)
Arten von Laserdiscs:
Nach dem aufgezeichneten Videoformat gibt es drei Sorten
von Laserdiscs:
Videosignal- Standard | Frames pro Sekunde |
Bildzeilen insgesamt |
aktive Bildzeilen beim analogen Verfahren |
aktive Bildzeilen beim digitalen Verfahren | Kommentar |
| NTSC | 29,94 | 525 |
482 (LD) |
480 (DVD) | Standard in den USA und in Japan |
| PAL | 25 | 625 |
575 (LD) |
576 (DVD) | Standard in Europa, Australien, usw. |
| HDTV | 30 | 1125 |
1035 (HiVision-LD) |
1080 (BD) | japanisches HDTV-System |
SECAM-Laserdiscs hat es dagegen nie gegeben, auch in Frankreich wurden PAL-Laserdiscs benutzt.
Auf meiner Seite zur Geschichte der Laserdiscs
habe ich die Geschichte der "normalen" Laserdiscs (1978-2002) und die der HDTV-Laserdiscs (1992-2002) kurz dargestellt.
Laserdiscs sind entweder im CAV-Verfahren oder im CLV-Verfahren bespielt: CAV = "constant angular velocity" =
gleichbleibende Drehgeschwindigkeit wie z.B. bei Schallplatten, CLV = "constant longitudinal velocity" = gleichbleibende Geschwindigkeit
zwischen Lesekopf und Scheibe, d.h. die Drehgeschwindigkeit verringert sich, während der Lesekopf nach außen wandert, so wie
bei der DVD. Ganz genau genommen handelt es sich eigentlich nicht um CLV, sondern um CAA ("constant angular acceleration") - eine
vereinfachte Variante von CLV, bei der die Geschwindigkeit nicht vollkommen gleichmäßig, sondern zonenweise in Schritten
verändert wird. Man hat sich jedoch angewöhnt, dennoch von "CLV" zu sprechen.
Bei den kleinen 12cm-Scheiben wird nur CLV, nicht CAV, verwendet. Mit CLV kann auf einer Scheibe ungefähr
doppelt soviel Inhalt untergebracht werden als mit CAV. So kann eine 30cm-Laserdisc mit CLV pro
Plattenseite bis zu einer Stunde Video (Bild und Ton) aufnehmen, d.h. Filme bis zu zwei Stunden passen auf eine
doppelseitig bespielte Scheibe. Ist der Film länger, muss der Rest auf einer zweiten Platte untergebracht werden.
Beim Abspielen einer Laserdisc muss also immer nach spätestens einer Stunde die Scheibe umgedreht oder
getauscht werden.
Das Umdrehen der Platte erfolgt bei den einfachen Playern manuell und bei den "besseren" Playern automatisch -
aber auch dort dauert so eine Abspiel-Unterbrechung 6-12 Sekunden, da die Platte zum Abspielen der anderen Seite gegenläufig
beschleunigt werden muss ... und das Tauschen der Platten erfolgt in aller Regel manuell -
es sei denn, man besitzt einen der seltenen 2-Platten-Player.
Es gibt jedoch auch Laserdiscs im "platzfressenden" CAV-Format - ihr Vorteil ist, dass bei ihnen selbst billige Player ein sauberes Standbild
(und diverse Trickplay-Funktionen) darstellen können, während dies bei CLV-Laserplatten nur den "besseren" Playern möglich ist,
die über einen - damals recht teuren - digitalen Bildspeicher verfügen: solche Speicher hatten allerdings nur wenig Kapazität -
daher ist ein CLV-Laserdisk-Standbild immer sichtlich schlechter als das zugehörige Laserdisk-Laufbild.
Laserdiscs haben meistens 30 cm Durchmesser und sind in der Regel so silbern wie eine CD (es gibt aber auch goldene und purpurne).
Sie sind zwar gleich groß wie LP-Schallplatten, jedoch ein wenig dicker und auch steifer, und sie haben keine Rillen.
Wesentlich seltener waren die kleineren Laserdiscs mit 20 cm oder gar nur 12 cm Durchmesser.
Bei Laserdiscs - egal welcher Größe - ist die Videoinformation immer analog aufgezeichnet: nichts für VCD- und DVD-Player !

12cm-Laserdiscs sind entweder reine Laserdiscs (genannt VSD bzw. "Video Single Disc") mit nur einem Videoclip, oder Laserdisc/CD-Hybride
(genannt CDV bzw. "Compact Disc Video") mit einem Videoclip im Laserdisc-Format und einem 20-Minuten-Nur-Audio-Teil.
Sie können aus mechanischen Gründen nur von Laserdisc-Playern abgespielt werden, die auch in der Lage sind, CDs abzuspielen.
Der erste dieser CD/LD-Kombiplayer war der Pioneer CLD-9000 (September 1984).
Manchmal liest man anstelle von 12cm, 20cm und 30cm auch die ungenauen Größenangaben 5-Inch, 8-Inch und 12-Inch -
das ist "amerikanisch gerundet":
die Zentimeterangaben stimmen millimetergenau, in Inch gemessen sind es dagegen in Wirklichkeit
ungefähr 4.7", 7.9" und 11.8" ... !
Tonsignale:
Eine Besonderheit der Laserdiscs ist der erstklassige analoge HiFi-Stereo-Ton (max. 75 dB Signal/Noise):
der linke und rechte FM-Kanal sind getrennt gespeichert (da gibt es kein Übersprechen von links nach rechts)
und obendrein wird dort seit 1982 in der Regel das Rauschunterdrückungsverfahren "CX" angewendet.
Und der seit 1986 auf den meisten Laserdiscs vorhandene digitale PCM-Stereo-Ton ist mit der
gepriesenen CD-Qualität (RedBook, EFM) identisch und bietet zwei unkomprimierte 16-bit-Linear-PCM-Kanäle
mit 44.1 kHz-Samplingrate. Die gleichzeitige Verfügbarkeit von analogem FM-Sound in Stereo und digitalem
CD-Sound (ebenfalls in Stereo) kommt nur bei den 30cm und 20cm großen NTSC-Laserdiscs vor und ist dort Standard.
PAL-Laserdiscs enthalten nur entweder den analogen FM-Stereo-Ton oder den digitalen CD-Stereo-Ton.
HiVision-Laserdiscs und die kleinen 12cm-Laserdiscs haben nur digitale Tonkanäle: bei den HiVision-Laserdiscs
sind es maximal vier Kanäle für echte Quadrophonie plus zwei Kanäle für PCM-Stereo in CD-Qualität.
Als digitaler Audio-Output ist bei den Laserdisc-Playern seit 1986 die auch von den heutigen DVD-Playern bekannte
optische Toslink-Buchse und manchmal auch die elektrische Koaxialbuchse in Gebrauch -
dort erscheinen dann je nach der abgespielten Laserdisc 1440 kbps PCM Daten wie bei der CD (in Stereo oder Dolby Surround),
oder DTS 5.1 Daten mit ebenfalls 1440 kbps, oder - gar nichts, und zwar dann, wenn die Platte sehr alt ist und noch gar keinen
digitalen Ton enthält.
gar keinen Digitalton enthält: der Analogton erscheint nämlich ausschließlich an den analogen
weißen und roten Buchsen (oder am Scart-Stecker, falls vorhanden).
Auch der Analogton kann Stereo oder Dolby-Surround-moduliert sein.
Anstelle von Stereo können (sowohl beim Analogton als auch beim Digitalton) auch zwei ganz verschiedene Mono-Tonspuren
gespeichert sein, z.B. in zwei verschiedenen Sprachen, oder bei Karaoke-Platten das Lied einmal mit und einmal ohne Sänger.
Allerdings findet man in der NTSC-Welt sehr viel häfiger zweisprachige Laserdiscs, bei denen der Analogton die eine Sprache
und der Digitalton die andere Sprache enthält - so können beide Sprachen in Stereo oder Dolby Surround vorliegen.
Sollte die Laserdisc auch Dolby Digital 5.1 Ton enthalten, so erscheint dieser allerdings nicht am Digitalton-Ausgang,
sondern als 2.88 MHz FM-Signal an einer Buchse, die mit "AC-3 RF" beschriftet ist. Wenn der extra erforderliche
Dolby-Digital-Decoder selbst keinen solchen Eingang aufweist, muß ein separater Demodulator zwischen den
Player und den Decoder geschaltet werden, um aus "AC-3 RF" das 384 kbps Dolby Digital Signal für den Decoder
zu gewinnen.
Videosignale:
Laserdiscs enthalten entweder ein analoges NTSC- oder ein PAL- Composite-Video-Signal,
und die teuren HiVision-Laserdiscs enthalten ein ebenfalls analoges "MUSE HiVision"-Videosignal.
In einem Composite-Video-Signal sind das Luminanzsignal, das Chrominanzsignal und die Synchronisationssignale analog zusammengemischt
und müssen entweder im Laserdisc-Player oder im angeschlossenen Monitor (oder Fernseher) durch ein
sogenanntes "Kammfilter" wieder getrennt werden. Enthält der Laserdisc-Player ein solches Kammfilter, besitzt er
zusätzlich zum gelben Composite-Ausgang auch einen S-Video-Ausgang. Ist aber die Qualität des im Monitor eingebauten
Kammfilters höher als die des Kammfilters im Laserdisc-Player, sollte man dennoch besser nur das Composite-Video-Signal
(das mit dem gelben Stecker) zum Monitor verbinden und die Trennung der Signale im Monitor vornehmen lassen.
Im Zweifel empfiehlt sich Ausprobieren und Vergleichen.
Will man das MUSE-HiVision-Signal einer HiVision-Laserdisc für HDTV nutzen, so muss man an die "MUSE Out"-Buchse
des Players einen "MUSE HiVision Decoder" anschliessen - von diesem kann dann das HTDV-Signal an den Component Video Ausgängen abgenommen
werden.
Bildqualiät:
Die Bildqualität bei der Laserdisc hängt nicht nur von der Qualität der Laserdisc selbst, sondern
- wie bei analogen Medien üblich - auch erheblich von der Qualität des Players ab !
Da Laserdiscs in der Fabrik mit Hilfe eines roten Lasers produziert werden, in den meisten Playern zum Lesen aber
(wie in CD-Laufwerken) infrarote Laser mit größerer Wellenlänge verwendet werden, ist ein gewisser
Qualitätsverlust unvermeidlich. Im Gegensatz zur digitalen Aufzeichnung bei CDs und DVDs, wo es innerhalb eines gewissen
Rasters nur auf die Erkennung von "Pit" oder "Land", sozusagen von 0 und 1, ankommt, müssen beim Lesen der analogen
Laserdisc-Daten die genauen Zeitpunkte der "Pit-Anfänge" und "Land-Anfänge" mit so hoher Genauigkeit wie nur möglich
erfasst werden, um eine gute Wiedergabequalität zu erzielen.
Soweit mir bekannt ist, besitzen nur die teuren HiVision-Laserdisc-Player ebenfalls rote Laser (wie
in DVD-Laufwerken) und
können damit nicht nur die speziellen HiVision-Laserdiscs abspielen, sondern auch die "normalen Laserdiscs" besser abspielen
als die "normalen Laserdisc-Player" !
Die Videobandbreite von 4.2 MHz bei NTSC-Laserdiscs und 5 MHz bei PAL-Laserdiscs kann man in eine
theoretisch erreichbare Horizontalauflösung von 425 TVL (bei NTSC) und von 440 TVL (bei PAL) umrechnen.
VHS bietet demgegenüber nur etwa 250 TVL, guter analoger Fernsehempfang 380 TVL, S-VHS und Hi8 etwa 400 TVL,
und DVDs bieten - dynamisch schwankend - 300-500 TVL). Die reale Laserdisc-Bildauflösung bei einem guten "normalen
Laserdisc-Player" dürfte bei etwa 400 TVL liegen,
während HiVision-Laserdisc-Player beim Abspielen von MUSE HiVision-Platten etwa 650 TVL erreichen.
Diese hohe Bildauflösung konnte man in Deutschland in den 90er Jahren immer wieder als HDTV-Demo auf der Cebit-Messe bestaunen,
während in Japan bereits manche zahlungskräftigen HiTech-Liebhaber ihr Wohnzimmer mit einem HDTV-Fernseher schmückten.
TVL als Maß für die Vertikalauflösung ist trivialerweise die Anzahl der "television lines", d.h. der
Scanzeilen, aus denen sich das sichtbare Bild zusammensetzt, im Falle des PAL-Systems also 575 oder 576 Zeilen: die Vertikalauflösung eines
PAL-Signals beträgt also 575 TVL (Fernsehen, LD) oder 576 TVL (DVD).
TVL als Maß für die Horizontalauflösung: dabei betrachtet man nicht die
gesamte Bildschirmbreite, sondern nur soviele cm davon, wie der Bildschirm auch hoch ist, sozusagen den größtmöglichen
kreisförmigen Ausschnitt auf dem Bildschirm. Und innerhalb dieses Kreises zählt man, wieviele senkrecht-stehende,
horizontal nebeneinanderliegende (abwechselnd weiße und schwarze) Linien bei einem entsprechenden Testbild maximal noch
unterschieden werden können. Der hier unter dem Bildschirm dargestellte Teststreifen enthält 700 Linien - wenn Sie einen solchen Teststreifen
an der Stelle des roten Streifens in einem Video unterbringen, so daß er genau die Breite hat, die der Bildschirmhöhe entspricht,
und es wären noch alle Linien einzeln erkennbar (!) - dann hätte das Videobild eine Horizontalauflösung von 700 TVL.


Horizontalauflösungen dieser Größenordnung schaffen jedoch nur HDTV-taugliche Systeme - - - und
Computermonitore.
Hinweis: In der Computerwelt
ist es üblich (und auch ich bin es gewöhnt), ungenau von "Bildauflösung" zu sprechen,
wenn tatsächlich über Pixelmengen geredet wird - das ist aber ein großer Unterschied,
denn die Einheit von Pixelmengen ist das "Pixel" (von engl. "picture element"),
die Einheit von Auflösung ist jedoch "Pixel innerhalb einer gegebenen Länge": diese gegebene Länge kann ein Zentimeter,
ein Inch, oder der Durchmesser des maximalen Kreises im sichtbaren Bild sein - so wie es im Fall von TVL definiert ist.
Wenn ein Videosignal mit 575 TVL Vertikalauflösung (PAL-System) auch 575 TVL Horizontalauflösung besäße, würde man in der
Computerwelt entsprechend von "quadratischen Pixeln" sprechen. Weder die DVD noch die Laserdisc erreichen allerdings diesen hohen Wert
(siehe Tabelle am Anfang dieser Seite).
Die hier vorgestellte "Horizontalauflösung in TVL" ist also tatsächlich ein Maß für echte "Auflösung"
und nicht die von ganz links bis ganz rechts abgezählte Pixelzahl.
16:9 Breitbild:
Bei den NTSC-Laserdiscs gibt es neben den Letterbox-Ausgaben mit den schwarzen Streifen oben und unten
vereinzelt auch Breitwand-Ausgaben mit der Kennzeichnung "anamorphic widescreen" bzw. "Squeezed LD",
auf denen das Bild in voller Höhe (also ohne schwarze Streifen oben und unten), jedoch horizontal zusammengestaucht
vorliegt. Beim Abspielen dieser Laserdiscs muß dann der Bildschirm durch Dehnung auf 16:9-Breitbild die
richtigen Proportionen wiederherstellen - eine Vorwegnahme des bei DVDs üblichen Verfahrens.
Unter den PAL-Laserdiscs finden sich ein paar wenige mit dem teilweise vergleichbaren PALplus-Verfahren.
Diese Laserdiscs ergeben bei der Wiedergabe auf einem normalen PAL-Bildschirm das gewohnte Letterbox-Bild mit den schwarzen
Balken ober- und unterhalb des sichtbaren Bildes (432 Netto-Bildzeilen plus oben und unten je 72 schwarze Zeilen). Auf PALplus-Bildschirmen
wird jedoch ein 16:9-Breitwand-füllendes detailreiches Bild wie bei den "anamorphic widescreen" Ausgaben in NTSC angezeigt.
Dieses Kunststück gelingt dem PALplus-Verfahren durch das Verstecken eines "Helper-Signals" (umfunktioniertes Blau-Differenzsignal U)
in den schwarzen Balken oben und unten im Bild. Dieses Signal ist auf normalen PAL-Bildschirmen praktisch nicht sichtbar, da die Luminanz dieser
144 Zeilen auf Schwarzpegel gehalten wird. Ein PALplus-Empfänger fügt in das schmale Netto-Bild mit den 432 Netto-Bildzeilen jeweils
nach drei Bildzeilen wieder die fehlende vierte Bildzeile ein, indem sie deren Luminanz aus den Helper-Signalen gewinnt und die Chrominanz
durch Interpolation aus den Nachbarzeilen berechnet. So hat das restaurierte PALplus-Bild wieder 576 Netto-Bildzeilen
und ist damit genauso hoch aufgelöst wie beim "anamorphic widescreen" Verfahren, lediglich die Farbauflösung bleibt ein wenig
hinter dem "anamorphic widescreen" Verfahren zurück.
Untertitel:
Untertitel können auf Laserdiscs sowohl fest eingebaut als auch an- und abschaltbar sein. In Japan und in Hongkong
erschienen
ausländische Filme meistens mit dem englischen Original-Soundtrack und "fest eingebrannten" japanischen bzw. chinesischen Untertiteln.
Viele der in Japan und auch die meisten der in den USA produzierten Filme enthalten aber zusätzlich auch "Closed Captioned"-Information
(CC) eingebettet im Composite-Video-Signal -
das ist nichts anderes als einblendbare (englische) "Untertitel für Hörgeschädigte".
Die Sichtbarmachung dieser CC-Untertitel erfordert einen speziellen Closed-Caption-Decoder, der zwischen Player und Bildschirm
angeschlossen wird, wenn nicht der Bildschirm sowieso bereits einen solchen Decoder enthält
(was in den USA Standard bei allen Fernsehern ist).
In den letzten Jahren der Laserdisc kam dann auch noch das flexiblere und digitale "Laserdisc-Graphic"-Verfahren
(LD-G, auch LD+G genannt) in Gebrauch, das mehrere optionale Untertitel-Spuren in verschiedenen Sprachen bieten kann -
allerdings unterstützen nur die etwas teureren Player dieses Feature.
"CC" und "LD-G" kann auf Laserdiscs gleichzeitig vorhanden sein.
Drehgeschwindigkeiten:
30cm-NTSC-Platten starten immer mit
1800 rpm (= Drehungen pro Minute), 30cm-PAL-Platten mit 1500 rpm. Das sind bei NTSC-Platten also 30 Umdrehungen pro Sekunde !
Bei CAV-Platten bleibt diese Geschwindigkeit konstant, und bei
CLV-Platten sinkt die Geschwindigkeit, wenn der Lesekopf langsam nach außen wandert,
auf ein Drittel, also auf 600 rpm bei NTSC bzw. 500 rpm bei PAL. Der Spurabstand beträgt rund 1,7µm.
Die HDTV-tauglichen HiVision-Laserdiscs mit CLV starten mit
2470 rpm und diese Geschwindigkeit sinkt dann nach außen hin bis auf 935 rpm
(bei CAV sollen es sogar 2700 rpm sein - 3 Umdrehungen für 2 Vollbilder ?). Der Spurabstand von HiVision-Platten
ist jedenfalls deutlich kleiner (rund 1,1µm) als bei den anderen Laserdiscs,
um dennoch die gleiche Spieldauer wie bei NTSC zu bieten.
20cm-Platten starten genauso schnell wie die 30cm-Platten,
bei den CLV-Platten sinkt jedoch die Geschwindigkeit nicht so tief wie bei den 30cm-Platten, da sie kleiner sind und das Abspielen daher
früher zu Ende ist.
12cm-NTSC-Platten (CDV und VSD, beide CLV) starten wegen des kleineren Durchmessers ihrer ersten Videospuren sogar mit 2700 rpm,
um eine ausreichende Oberflächengeschwindigkeit zu bieten, ihre Geschwindigkeit sinkt dann nach außen hin auf 1800 rpm.
Bei 12cm-PAL-Platten ändert sich die Geschwindigkeit entsprechend von 2250 rpm bis 1500 rpm - dafür spielen sie auch
eine Minute länger als NTSC-Platten.
Die 45 rpm der kleinen und die 33 rpm der großen Schallplatten (CAV) sehen im
Vergleich dazu ganz schön müde aus - und auch die CD (CLV) mit ihren 500 rpm (innen) bis 340 rpm (außen) wirkt
da noch recht "gemütlich". Alle Laserdisc-Player, die 12cm-LDs abspielen können, können auch Audio CDs abspielen.
Einzelbild-Archive:
Als "Exoten" unter den Laserdiscs mögen diejenigen Laserdiscs erscheinen, die gar kein Video, sondern eine Sammlung von
bis zu 54000 verschiedene Einzelbilder pro Seite auf einer 30cm-CAV-Platte enthalten - manchmal sind solche Einzelbild-Sammlungen
auch mit Bewegt-Video-Sequenzen gemischt, wie z.B. bei der "SpaceDisc Vol. 4: Voyage to the planets" der NASA, die neben Filmaufnahmen auch
Tausende Fotos der Voyager- und Viking-Missionen enthält.
Weil bei CAV-Platten jedes einzelne Bild exakt angesteuert und vollkommen ruhig und sauber
selbst auf billigen Playern wiedergegeben werden kann, wurden Laserdiscs früher von Firmen gerne als Bildarchiv oder
Katalog eingesetzt.
Beschreibbare Laserdiscs:
Interessanterweise gab es auch mal die sog. RLV disc ("Recordable LaserVision disc") als "RLV Glass" oder "RLV Plastic"
von verschiedenen Firmen, sowie die Pioneer-Version "Pioneer Gold" - heute würde man sie alle wohl eher LD-R nennen.
Das waren 1x-beschreibbare 30cm-Laserplatten (immer CAV, NTSC), die nach dem Beschreiben in einem RLV-fähigen Recorder
(1984 gebaut von der "Optical Disc Corporation", jetzt "ODC Nimbus") auf jedem normalen Laserdisc-Player abgespielt werden konnten.
Sie sehen im Gegensatz zu den normalen Laserdiscs nicht silbern (oder golden) aus,
sondern wegen des darin verwendeten Farbstoffs purpurn.
Die technisch ähnliche CRV disc ("Component Recordable Videodisc") von Sony war ebenfalls einmal beschreibbar, jedoch
im Gegensatz zur RLV immer in einer Cartridge untergebracht und konnte daher auch nur auf den speziellen CRV-Recordern/Playern abgespielt
werden (z.B. Sony LVR-6000/LVS-6000P). Die 30cm CRV disc (immer CAV, NTSC) bot max. nur 24 Minuten pro Seite.
Die Zukunft der Laserdisc:
Laserdiscs werden in den Playern berührungslos mit einem Laserstrahl gelesen, ähnlich wie CDs und DVDs.
Damit sind Laserdiscs das
erste "bleibende" Home-Video-Medium
in der Geschichte, das bei sachgemäßer Lagerung
eine theoretisch mehr oder weniger unbeschränkte Lebensdauer besitzt und auch durch beliebig häufiges Abspielen
praktisch nicht beeinträchtigt wird. Die Lebensdauer der Laserdiscs ist bisher nicht genau bekannt, aber ich
gehe davon aus, dass auch meine Urenkel noch eine Möglichkeit finden werden, sie abzuspielen.
Bereits jetzt, wenige Jahre nach dem Schließen der letzten Laserdisc-Fabrik,
hat sich eine weltweite Liebhaber-Szene gebildet, in der die großen Silberscheiben weiter in Ehren gehalten werden.
 |
Die übliche Hülle einer 30cm-Laserdisc und die ihres kompakten Nachfolgers DVD:
die Laserdisc-Hülle ist wesentlich größer, aber auch dünner (fast so dünn wie eine Schallplattenhülle) ...
|
Vergleich verschiedener Bildplattensysteme
Information zur Laserdisc
Kurzer Abriss zur Geschichte der Laserdisc

DISCLAIMER: Alle Angaben auf dieser Seite erfolgen nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr.
"Dolby Digital" und "Dolby Surround" sind Trademarks der Firma Dolby Laboratories, "DTS" ein Trademark von DTS Inc.
Dies ist eine nicht-kommerzielle Fan-Website
| Sprache: |
deutsch
English
Esperanto,
zu meinem Hobbyportal
|
© 2005-2007 Elmar Dünßer, Deutschland