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Kurzer Abriss zur Geschichte der Laserdisc
Kurzer Abriss zur Geschichte der Laserdisc
(zuletzt bearbeitet im Januar 2009, Informationen über HD-Laserdiscs verbessert)
Die Erfindung der Laserdisc durch den Amerikaner M. Gregg und die Entwicklung des ersten Laserdisc-Systems
fand bereits in den sechziger Jahren statt, und 1972 wurde dann von der amerikanischen Firma MCA der erste
funktionierende Laserdisc-Player auf einer Ausstellung vorgeführt.
Da Philips gerade an einem ähnlichen System bastelte (das damals VLP = "Video Langspeel Plaat" hieß),
tat sich MCA bald mit der niederländischen Firma Philips zusammen und sie kamen überein,
dass MCA die Platten und Philips die dazu passenden Player liefern sollte.
Kurz vor der geplanten Markteinführung gesellte sich noch eine dritte interessierte Firma zur
"Laserdisc-Allianz" hinzu, nämlich die japanische Firma Pioneer.
Der kommerzielle Verkauf der Platten und der Player begann in den USA Ende 1978 (in Atlanta), wobei die Platten
zunächst unter dem MCA-Label "Discovision" und die Player unter dem Philips-Label "Magnavision" erschienen.
Da die produzierten Platten aber nicht immer die ursprünglich anvisierte Spezifikation erfüllten
und andererseits die Philips-Player sehr kritisch auf geringste Abweichungen reagierten, kam es bald zu Streit
und gegenseitigen Schuldzuweisungen.
Danach gelang es Pioneer, mittels Reinraum-Technik sowohl die Qualität der Laserdisc-Fertigung als
auch die Qualität der Abspielgeräte durch Einbau zusätzlicher Regelkreise zu verbessern.
In der Folge gab MCA die eigene Produktion der Platten auf, und Philips zog sich ebenfalls langsam aus dem
Laserdisc-Geschäft zurück.
Neben Pioneer beteiligten sich bald auch andere japanische Firmen an der Laserdisc-Player-Produktion (insbesondere
Sony), und nach und nach entstanden in Japan, in den USA, in Korea, aber auch in Europa immer mehr Fabriken
für die relativ aufwändige Produktion der Laserdiscs, und diese brachten im Lauf der Jahre zusammen mehr
als 60000 Titel (geschätzt) auf den Markt - insgesamt dürften einige hundert Millionen Laserdiscs verkauft
worden sein ...
Von 1978 bis 2009 sollen insgesamt mehr als 12 Millionen Abspielgeräte verkauft worden sein:
allein in Japan und allein von Pioneer 3,6 Millionen und von den anderen japanischen Herstellern wie
Aiwa, Akai, Denon, Funai, Hitachi, Kenwood, Mitsubishi, NEC, Onkyo, Panasonic, Sansui, Sanyo, Sharp, Sony, TEAC, Toshiba und Yamaha
zusammen allein in Japan etwa weitere 3 Millionen (teils OEM von Pioneer, teils eigene Geräte).
Außerhalb Japans gab es Laserdisc-Player von den vorgenannten und
außerdem auch von Firmen wie Philips, RCA, Samsung, Marantz, Telefunken, Tandy, Runco und vielen anderen zu kaufen, viele
davon waren OEM-Geräte von Pioneer. Genaueres findet sich dazu in der "Laserdisc UK Web Site"
(siehe Weblink-Info).
Pioneer hat insgesamt mehr als 300 verschiedene LD-Player-Modelle herausgebracht, Sony insgesamt mehr als 100.
Zeittafel zur Geschichte der "normalen Laserdiscs" (für NTSC und PAL) 1978-2007:
in schwarz: Information zum Thema, rote Jahreszahl: Niedergang, in blau: Randinformation
- 1958 Erfindung der Laserdisc-Technologie auf Basis einer transparenten Videodisc durch David Paul Gregg, patentiert 1961
- 1965 Gregg gründet die Firma Gauss Electrophysics zur Entwicklung eines optischen Videodisc-Systems
- 1968 die Movie-Company MCA/USA kauft Gauss Electrophysics und setzt die Entwicklung fort
- 1970 Pioneer/Japan und Philips/Niederlande beginnen mit der Entwicklung eigener Videodisc-Systeme
- 1970 MCA demonstriert seinen optischen "DRAW"(direct read after write)-Recorder
- 1972 September: Vorstellung des optischen "VLP"-Systems (Video Langspeel Plaat) durch Philips/Niederlande
- 1972 Dezember: Vorstellung des optischen "Disco-Vision"-Systems durch MCA/USA, die sich in "MCA Disco-Vision" umbenennt
- 1974 September: Philips und MCA verbünden sich und einigen sich auf einen gemeinsamen Standard, das "MCA and Philips Optical Videodisc System"
- 1975 nach einer von Philips und MCA in Berlin abgehaltenen Demo beschließt Pioneer/Japan, den Philips/MCA-Standard anzunehmen
- 1977 Sony zeigt auf der "Audio-Fair 1977" einen Prototyp für 16-bit-PCM-Audio (CD-Vorläufer) auf Basis einer
Philips-Prototyp-Laserdisc (ø 30cm).
- 1977 Oktober: Pioneer und MCA gründen gemeinsam die Firma Universal-Pioneer Corp. (UPC)
- 1978 Dezember: Markteinführung der Laserdisc durch die Philips-Tochter Magnavox in Atlanta/Georgia:
→ der Magnavision VH-8000-Player kommt von Philips/Niederlande, die Discovision-Platten von MCA/USA, u.a. der
Spielfilm "Jaws".
- 1979 Februar: UPC beginnt mit dem Verkauf ihres ersten Players für den amerikanischen Markt, dem PR-7820
- 1979 Philips und Sony beschließen den zukünftigen CD-Standard,
Sonys Vorschlag (16-bit-PCM-Audio, 44.1kHz, ø 12cm) wird angenommen.
- 1980 April: Pioneer beginnt mit der Produktion von Laserdiscs
- 1980 Juni: UPC beginnt in Amerika mit dem Verkauf des "Volksplayers" VP-1000
- 1980 November: Pioneer, Philips, MCA und IBM gründen die "Laservision Association"
- 1981 Oktober: Pioneer verkauft den ersten LD-Player für den japanischen Markt, den LD-1000
- 1982 April: UPC wird 100%-Tochter von Pioneer und benennt sich in Pioneer Video Corp. (PVC) um
- 1982 Einführung des CX-Rauschunterdrückungsverfahrens für den analogen Ton.
- 1982 Oktober: Pioneer beginnt mit dem Verkauf von Karaoke-Playern,
die japanische Karaokekette Daiichi-Kosho führt Anfang 1983 diese Player landesweit ein.
- 1982 die ersten Laserdiscs und Laserdisc-Player "Laservision" für das PAL-System kommen auf den Markt.
- 1982 die ersten CD-Platten mit digitalem PCM-Ton erscheinen (ihre Technik war vorher auf
Experimental-Laserdiscs entwickelt worden).
- 1983 November: der erste LD-Player mit Halbleiter-Laser anstelle des Gas-Lasers kommt auf den Markt: der Pioneer LD-7000.
- 1983 Dezember: Sony kündigt seinen Einstieg ins LD-Geschäft an und verkauft ab April 1984 OEM-LD-Player von Pioneer
unter dem Namen "Lasermax".
- 1984 Juni: Für den Asiatisch-Pazifischen Markt wird auf japanisches Betreiben hin die "Laservision Association Pacific"
(LVAP) gegründet. 38 Firmen treten bei.
- 1984 September: Pioneer bringt den ersten LD/CD-Kombiplayer heraus, den CLD-9000.
Zugleich wird optionaler digitaler Ton auf NTSC-Laserdiscs ermöglicht.
- 1985 die ersten Laserdiscs (NTSC) mit zusätzlichem digitalem PCM-Ton wie auf CD erscheinen.
Der Name (bisher "Laservision") wechselt zu "LaserDisc".
- 1985 die ersten Laserdiscs (PAL) mit digitalem PCM-Ton wie auf CD, anstelle des analogen Tons, erscheinen.
Der Name wechselt zu "CD-Video".
- 1985 Februar: Hitachi und Nihon Columbia beginnen OEM-Player von Pioneer zu verkaufen.
- 1985 März: Nihon Marantz beginnt mit dem Verkauf von OEM-Kombiplayern von Pioneer.
- 1985 Juni: Sony beginnt selbst entwickelte LD-Player zu verkaufen. Die Horizontalauflösung steigt von bisher 350 TVL auf 370 TVL.
- 1985 Juni: CIC, die die Rechte an Paramount und Universal besitzt, entschließt sich, Filme auf LD herauszugeben - damit
unterstützen jetzt die 7 größten amerikanischen Filmverlage die Laserdisc.
CIC hatte zuvor nur die von der Nihon Victor Company entwickelten Medien VHS und VHD unterstützt.
- 1985 November: Nippon-Gakki (jetzt: Yamaha) beginnt den von ihnen selbstentwickelten Player LV-X1 zu verkaufen.
Er kostet unter 100000 Yen und erreicht 400 TVL.
- 1986 Pioneer bringt den LD-S1 auf den Markt, den ersten Laserdisc-Player mit Digital Memory,
der damit Standbild auch bei CLV-Platten ermöglicht.
- 1986 Oktober: Kuraray Toyoshima übernimmt VLP-Technik von Philips und beginnt in Japan mit der Produktion von LD.
- 1987 Matsushita Denki Sangyou bringt den ersten LD/CDV/CD-Player heraus, der auch 12cm-Laserdiscs (VSD und CDV5) abspielen kann.
- 1987 Mai: die Komplettausgabe der TV-Anime-Serie "Urusei yatsura" auf Laserdisc erscheint - die erste LD-Box.
- 1989 April: Toshiba EMI (jetzt: Toemi Media Solutions) beginnt mit der Produktion von Laserdiscs.
- 1989 Oktober: Pioneer und KDD (jetzt: KDDI) geben bekannt, dass sie gemeinsam eine wiederbeschreibbare LD entwickelt haben.
- 1989 November: CBS/SONY GROUP (jetzt: Sony Music Entertainment) beginnt im Shizuoka Production Center mit der LD-Produktion.
- 1989 Dezember: die LD-ROM wird erstmalig vorgestellt, eine LD mit digitalen Daten, z.B. Spiel-Software, anstelle des digitalen Tons.
- 1990 Februar: Philips gibt die Umbenennung des bisher als "Laservision Disc" bekannten Systems zu "Laserdisc System" bekannt.
- 1991 August: die kumulierte LD-Gesamtproduktion von Pioneer allein überschreitet die 100-Millionen-Grenze.
- 1993 August: Pioneer beginnt mit dem Verkauf seiner LD-ROM-Player "LaserActive".
- 1993 Oktober: der bis dahin in Japan verbotene kommerzielle Verleih von Laserdiscs wird freigegeben.
- 1995 Januar: die erste NTSC-Laserdisc mit Dolby Digital 5.1 erscheint am 31. Januar 1995 (Output via AC-3 RF): "Clear and Present Danger".
- 1996 November: Toshiba und Matsushita beginnen mit dem Verkauf des weltersten DVD-Players.
- 1996 November: drei Wochen nach dem ersten DVD-Player beginnt Pioneer mit dem Verkauf des ersten DVD/LD-Kombiplayers.
- 1997 Januar: die NTSC-erste Laserdisc mit DTS 5.1 (Digital Theatre Sound) erscheint am 15. Januar 1997 (Output via Toslink): "Jurassic Park".
- 1998 die ersten DVD-Platten und Player für PAL werden angeboten.
- 1999 Mitsubishi stellt die LD-Player-Produktion ein und bald darauf auch die LD-Produktion.
- 1999 Pioneer beendet die Produktion von PAL-Laserdiscs.
- 2000 Januar: eine der letzten PAL-Laserdiscs mit einem Kinofilm erscheint am 6. Januar 2000: "Ennemi d'État".
- 2000 April: die erste NTSC-Laserdisc mit Dolby Digital EX erscheint am 7. April 2000: "Star Wars - The Phantom Menace". Das erste Videomedium
mit DDEX.
- 2000 September: Kuraray beendet die LD-Produktion.
- 2001 September: die letzte NTSC-Laserdisc mit einem Kinofilm erscheint am 21. September 2001: "Tokyo Raiders".
- 2002 Pioneer erklärt offiziell das "Ende der Laserdisc-Ära", baut und liefert aber einige wenige LD-Player-Modelle
in kleinen Stückzahlen weiter.
- 2003 April: die Pioneer Video Corporation (PVC) wird aufgeteilt, die LD-Produktion bei Pioneer wird eingestellt.
- 2004 März: Die letzte Produktionslinie für 30cm-LD schließt bei Columbia Music Entertainment,
bis dahin waren noch Musikaufnahmen erschienen.
- 2007 März: Die allerletzte Produktionslinie für Laserdiscs (nur 20cm-LD-Singles) schließt bei Memory-Tech.
→ Die zu allerletzt produzierte LD Single war "Kanazawa no ame" von Miyuki Kawanaka (Enka, Karaoke), das Releasedatum war der 20. Mai 2007.
- 2009: Die letzten 3000 (geplant) LD-Player werden von Pioneer produziert und verkauft, es sind die Modelle
→ Pioneer DVL-919 (LD/DVD/CD), CLD-R5 (LD/CD),
DVL-K88 (LD/DVD/CD/Karaoke) und DVK-900 (LD/DVD/CD/Karaoke-Komplettsystem).
Zeittafel zur Geschichte der HD-Laserdiscs ("MUSE Hi-Vision Laserdisc") 1992-2002:
in schwarz: Information zum Thema, rote Jahreszahl: Niedergang, in blau: Randinformation
- 1989 In Japan beginnen Testsendungen für HDTV via Satellit
(Format 1125i, theoretische Bildauflösung ca. 1440 x 1035 Pixel, 16:9 mit effektiv ca. 650 TVL).
- 1991 das HD-Fernsehen "MUSE Hi-Vision" via Satellit beginnt seinen 3-jährigen Probebetrieb.
- 1991 die fünf Firmen Sanyo Denki, Sony, Toshiba, Pioneer, Matsushita Denki kündigen eine "MUSE Hi-Vision"
unterstützende HD-Variante der Laserdisc an.
- 1992 Pioneer bringt den ersten HD-Laserdisc-Player HLD-V500 (Nur-HD) und dazu passende HD-Laserdiscs ("MUSE Hi-Vision LD") erscheinen. *
- 1993 Pioneer bringt den HD-Laserdisc-Player HLD-V700 (Nur-HD) heraus.
- 1994 Pioneer bringt den HD-Laserdisc-Player HLD-1000 heraus. Den gab es hinterher auch als OEM-Modell Hitachi HLD-1000.
- 1994 Sony bringt den HD-Laserdisc-Player HIL-1000 heraus.
- 1994 Sony bringt den HD-Laserdisc-Player HIL-C1 heraus. Den gab es hinterher auch als OEM-Modell Panasonic LX-HD10.
- 1994 die ersten analogen W-VHS Recorder (z.B. JVC HR-W1) erscheinen,
die "MUSE Hi-Vision" analog aufzeichnen können.
- 1994 das HD-Fernsehen "MUSE Hi-Vision" beginnt am 25. November seinen Regelbetrieb.
- 1995 Pioneer bringt den HD-Laserdisc-Player HLD-X0 heraus.
- 1995 Sony bringt den HD-Laserdisc-Player HIL-C2EX heraus. Den gab es ab 1996 dann auch als OEM-Modell Panasonic LX-HD20.
- 1996 Pioneer bringt den HD-Laserdisc-Player HLD-X9 heraus.
- 1998 die ersten volldigitalen HD-Testsendungen "Digital HiVision" (HDTV mit 1080i) werden ausgestrahlt.
- 1999 die ersten digitalen D-VHS Recorder (z.B. JVC HM-DR10000) erscheinen,
die auch "Digital HiVision" (HDTV mit 1080i) aufzeichnen können.
- 2000 das volldigitale HD-Fernsehen "Digital Hi-Vision" startet in Japan via Satellit
(Format 1125i, max. Bildauflösung 1920 x 1080 Pixel, 16:9).
- 2000 Pioneer stellt die Produktion der HD-Laserdiscs ein.
- 2001 Sony stellt die ersten digitalen Blu-Ray-Recorder vor, die "Digital-HiVision" mit
einem blauen Laser aufzeichnen.
- 2002 Sony bringt in Japan die ersten digitalen Blu-Ray-Recorder auf den Markt.
- 2002 Pioneer erklärt offiziell das "Ende der Laserdisc-Ära",
die Produktion der HD-Laserdisc-Player HLD-X0 und HLD-X9 wird daraufhin eingestellt.
- 2007 September: die Satellitenübertragung von MUSE HiVision via Kanal "NHK BS HiVision" (BS 9)
wird am 30. September 2007 eingestellt.
*: zum HD-Genießen brauchte man außer den HD-Laserdiscs und dem dafür geeigneten Player auch noch einen MUSE-Decoder
und einen HD-tauglichen Bildschirm - dies besaßen die Leute, die damals in Japan MUSE Hi-Vision via Satellit empfingen,
aber sowieso.
Von 1992 bis 2000 sind in Japan mehr als 100 verschiedene HD-Laserdiscs herausgegeben worden, darunter viele Dokumentarfilme und einige
Musikaufnahmen, aber auch Filme wie:
A Few Good Men, A League of Their Own, A River Runs Through It, Back to the Future 1/2/3, Backdraft, Basic Instinct, Bram Stroker's Dracula, Breakfast at Tiffany's,
Bugsy, Chaplin, Cliffhanger, Close Encounters of the Third Kind: Special Edition, Dances with Wolves, Death Becomes Her, E.T., Far and Away, In the Line of Fire, Jumanji, Jurassic Park,
Lawrence of Arabia, Legends of the Fall, Out of Africa, Showgirls, Sleepless in Seattle, Stargate, Terminator2: Judgment Day, The Silence of the Lambs, Top Gun, Twins,
Universal Soldier, Wolf.
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